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Pressebericht aus:
Gestalten & Verkaufen, 02.05.2011

 

Langfinger

Auch im Garten- und Blumenfachhandel werden die Ladendiebe und Betrüger immer kreativer und professioneller, was an den noch immer hohen Inventurdifferenzen in dieser Branche zu erkennen ist. Deshalb ist es notwendig, zumindest die Tricks der Diebe und Betrüger zu kennen.

 

1. Die einfache und gebräuchlichste Methode

Die Ware verschwindet direkt in der Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder weiten offenen Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90% der Fälle zum Tragen. Es betrifft die so genannten "Gelegenheitsdiebe", die heutzutage wieder wesentlich mehr geworden sind. Es ist besonders darauf zu achten, wenn ein Kunde im wärmeren Frühjahr oder sogar im Sommer mit einer dicken Jacke oder einen Mantel bekleidet, das Geschäft betritt.

 

2. Der „Ablenkungstrick“

Es handelt sich dabei um eine Methode, die gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt, begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im hinteren Geschäftsbereich bzw. auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen, um den Artikel zu holen.

 

3. Der „Klaukoffertrick“

Bei diesem Trick gehen Ladendiebe in folgender Weise vor: Ein als Geschenk präparierter hohler Karton wird in einer Tasche ins Geschäft mitgebracht. Das Band der Geschenkverpackung umschließt den Karton augenscheinlich fest. Das Band läuft jedoch keineswegs durchgehend, sondern verbirgt optisch einen an der Oberseite des Kartons angebrachten Klappdeckel.

 

4. Der „Verwirrtrick“

Der Ladendieb verwickelt mehrere Mitarbeiter in ein Verkaufsgespräch und lenkt somit die Aufmerksamkeit auf sich. Derweil kann ein Komplize im Geschäft sich als Ladendieb betätigen. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Verkaufsmitarbeiter sofort Unterstützung durch einen zusätzlichen Mitarbeiter holt, wenn er "Verdächtiges" bemerkt oder ein "ungutes" Gefühl hat.

 

5. „Teuer-Billig-Trick“

Diese Methode sei an einem einfachen Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde eine Flasche günstigen flüssigen Blumendünger. Im "Umkarton" befindet sich jedoch eine viel teueres Produkt.

 

6. Der „Kinderwagentrick“

Ein Kinderwagen ermöglicht es, eine große Anzahl gestohlener Ware zu entwenden. Die Ausrede des Ladendiebs bei Überführung „das muss der Kleine wohl eingesteckt haben“ erschwert die Beweislage, da Minderjährige nicht strafbar sind. Hier gilt es, die ertappte Mutter oder den ertappten Vater deutlich auf Folgen eines Diebstahls oder dessen Versuch aufmerksam zu machen. Die Personalien sollten auf jeden Fall vermerkt werden. Häufig wird jedoch „notwendigerweise“ Ware aus dem Geschäft auf die untere Ablage gelegt. Auch muss immer der Kassenmitarbeiter aufmerksam sein.

 

7.„Gebrauchte Kassenbons“

Häufig ist festzustellen, dass Kunden ihre Bons an der Kasse liegen lassen. Mit einem solchen Bon kann ein Ladendieb „einkaufen“ gehen. Er sucht nach den eingetippten Preisen die Waren aus und packt sie in seine Tasche. Zur Tarnung wird noch ein zusätzliches kleines Teil gekauft, das er „vorher vergessen hatte“. An der Kasse wird nur noch das neue Teil bezahlt und der Kassenbon als Legitimation für die anderen Waren vorgelegt.

 

8. „Ineinanderpacken“

Hohlkörper, wie gekaufte Abfalleimer, Plastikkörbe oder Kochtöpfe, werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Dieser Trick wird auch häufig bei Lederwaren, z.B. Taschen oder Portemonnaies angewandt. Hier ist die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter besonders gefordert.

 

9. „Aufeinanderpacken“

Besonders „beliebt“ - Ein Beispiel verdeutlicht diese Methode: Neben den Waren, die im Einkaufswagen sind, befindet sich auf der unteren Abstellfläche z.B. ein Sack Blumenerde. Aufgrund des Gewichts wird die Erde beim Kassiervorgang oft nicht aufs Band gestellt. Somit entgehen der Kassiererin beispielsweise die unter der Blumenerde flach liegenden Zeitschriften.

 

Hans-Günther Lemke

Porta Westfalica

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Hans-Günther Lemke
Training für Führung und Verkauf
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