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Jeder, der ein einem Geschäft im Verkauf
tätig ist, hat auch immer wieder mit Reklamationen zu tun. Bevor
Überlegungen angestellt werden, ob die Reklamation berechtigt oder
unberechtigt ist, gilt es sich klar zu machen, was eine Reklamation aus
der Sicht des Kunden überhaupt ist. Denn aus Sicht des Kunden ist jede
Reklamation berechtigt!
Was spielt sich im Kunden ab? Sie
müssen versuchen, sich in die Lage des Kunden zu versetzten.
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Der reklamierende Kunde will zunächst
seinen Ärger loswerden.
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Der Kunde handelt selten objektiv,
sondern meist gefühlsmäßig.
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Der Kunde droht schnell mit
irgendwelchen Maßnahmen.
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Der Kunde fühlt sich eventuell ungerecht
behandelt.
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Der Kunde könnte kein Vertrauen mehr
haben.
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Der Kunde sieht die Reklamation größer,
als diese ist.
Gründe für Kundenreklamationen sind
häufig:
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Falsche Erwartungen aus dem
Verkaufsgespräch
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Ursachen und Folgen aus der Sicht des
Kunden
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Leistungs- und Qualitätsmängel
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Unklare Gebrauchsanweisungen( bei
technischen Geräten)
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Missachtetes Kleingedrucktes
Typische Verhaltensmuster von reklamierenden
Kunden
Kunden, die reklamieren, sind in der Regel
sehr stark emotional beteiligt, was sich auf das Reklamationsgespräch
negativ auswirken kann.
Typische Reaktionen sind:
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Übertreibungen: Sie machen aus
einer „Maus einen Elefanten“.
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Vergangenheitsbewältigung: Fehler
aus der Vergangenheit werden wieder aufgewärmt, um der Reklamation
einen besonderen Stellenwert zu geben.
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Drohung: Droht mit der
Konsequenz, die bisherige Geschäftsbeziehung aufzulösen, bis hin zu
rechtlichen Konsequenzen.
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Konfliktreiche Argumentation:
Sachliche Inhalte werden personenbezogen formuliert.
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Überempfindlichkeit: Kunde legt
jedes Wort auf die Goldwaage.
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Sturheit: Kunde beharrt auf
seinem vermeintlichen Recht.
Auf diese Kundenreaktionen muss der
Verkäufer reagieren. Die Frage ist nur "WIE?" In jedem Fall mit
Verständnis und Ruhe, gutes Zuhören und ernst nehmen.
Deshalb liegt es immer am Verkäufer, ob eine
Reklamation erfolgreich behandelt wird. Denn in Reklamationen stecken
Chancen - eigene Fehler zu erkennen, Schwachstellen des Unternehmens
herauszufinden, einen unzufriedenen Kunden zu behalten.
Reklamationen bringen auch Nutzen:
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Sie können Produktfehler aufzeigen
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Sie können Verbesserungen nach sich
ziehen
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Sie können Kundenprobleme aufdecken
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Sie können das Ansehen des Verkäufers
oder der Firma aufwerten
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Sie können Folgegeschäfte nach sich
ziehen
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Sie können Referenzen bringen, und damit
Neukunden erreichen.
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Sie können kontaktvertiefend wirken
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Sie können den Kunden noch zufriedener
machen, als er es vor der Reklamation war
Verhalten des Verkäufers:
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Ruhig bleiben, den Kunden nicht
unterbrechen
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Sachlich bleiben
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Aktiv zuhören - den Kunden abreagieren
lassen
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Verständnis zeigen und haben z.B. "Ich
kann Sie gut verstehen." oder "Es tut mir leid, ich kann mich gut in
Ihre Lage versetzen."
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Keine "dummen" Sprüche oder Sätze wie
z.B. "Alles halb so wild! Das kann schon mal vorkommen! Es gibt
Schlimmeres! Nun regen Sie sich nicht so auf!"
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Reagieren Sie nicht empfindlich. Der
Kunde sagt in seiner Erregung oft etwas, was er nicht so meint.
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Bedanken Sie sich für den Hinweis und
notieren Sie den Fall, z.B. "Danke, dass Sie mich gleich darauf
ansprechen. Ich werde mich schnellstens darum kümmern."
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Wenn der Kunde immer noch meckert,
ignorieren Sie das.
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Führen Sie das Reklamationsgespräch
immer mit dem Kunden allein - ohne Zeugen (andere Kunden)
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Dem Kunden sagen, dass die Reklamation
sofort bearbeitet wird.
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Halten Sie schriftlich fest, was der
Kunde genau sagt.
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Alles, was Sie versprechen, müssen Sie
auch 100%-ig einhalten.
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Benutzen Sie keine billigen Ausreden.
z.B. "Der Lieferant hatte Schuld - wenn man nicht alles selber macht
- da hat jemand nicht aufgepasst."
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Seien Sie nie hochnäsig oder arrogant.
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Stellen Sie keine Fragen wie im Verhör.
Erfragen Sie ruhig und genau ( es kann ja auch der Kunde selber
schuld sein ).
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Keine falschen Verdächtigungen ohne
Beweise. Auch wenn Sie dem Kunden einen Fehler nachweisen konnten,
triumphieren Sie nicht. Ein bloßgestellter Kunde wird "sauer" auf
Sie sein. Denken Sie daran, dass Sie auch in Zukunft mit dem Kunden
Geschäfte machen wollen.
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Geben Sie keine voreiligen Zusagen, um
den Kunden zu beruhigen. Manche Kunden legen es mit einer
überzogenen Reklamation darauf an. Wenn Sie eine Zusage gemacht
haben, dann gilt selbstverständlich die 100%ige Einhaltung.
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Den Kunden immer mit Namen ansprechen
und im Gespräch mehrmals nennen.
Wenn eine Reklamation sofort ohne Wenn und
Aber angegangen wird, besteht eine gute Chance, dass der Kunde positiv
auf den Verkäufer reagiert und die geleistete Arbeit anerkennt.
Eine gut bearbeitete Reklamation kann dem
Kunden das Gefühl geben, dass wir der richtige Partner für Ihn auch in
der Zukunft sind. Fazit: Deshalb sind Reklamationen auch Chancen!
Hans-Günther Lemke
Porta Westfalica |