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Pressebericht
aus: Der Mineralbrunnen, 12.11.2010 Die Tricks der Diebe |
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Allein im letzten Jahr 2009 wurden in Deutschland Waren im Wert von über 4 Milliarden Euro gestohlen. Auch im Getränkefachhandel werden die Ladendiebe und Betrüger immer kreativer und professioneller.
Es ist heutzutage wirklich nicht einfach, einen Ladendieb auf Anhieb zu erkennen, denn es kommt jede Altersgruppe und auch jede Person, egal welcher sozialer Herkunft, in Betracht, einen Diebstahl zu begehen.
Die meisten Ladendiebstähle werden auch heute noch von Gelegenheitsdieben durchgeführt ("Gelegenheit macht Diebe"). Diese Diebe stehlen nicht jeden Tag und sind meist dementsprechend nervös. Daher besteht eine gute und realistische Chance, die möglichen Diebe anhand ihrer Verhaltensweisen zu erkennen. Bei Personen mit folgenden Verhaltensweisen haben sie es mit großer Wahrscheinlichkeit mit potenziellen Ladendieben zu tun:
Neben den verschiedensten Verhaltensweisen, die mögliche Ladendiebe zeigen, gilt es auch für den aufmerksamen Mitarbeiter die häufigsten Tricks zu kennen und zu erkennen.
1. Die einfache und gebräuchlichste Methode Die Ware verschwindet direkt in der Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder weiten offenen Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90% der Fälle zum Tragen. Es betrifft die so genannten "Gelegenheitsdiebe", die heutzutage wieder wesentlich mehr geworden sind. Es ist besonders darauf zu achten, wenn ein Kunde im wärmeren Frühjahr oder sogar im Sommer mit einer dicken Jacke oder einen Mantel bekleidet, das Geschäft betritt.
2. Der „Trojanische Pferd“-Trick Ein wirklich professioneller Trick. Eine offene, präparierte Handtasche wird auf einen Warenstapel gestellt. Der Ladendieb täuscht vor, etwas in der Tasche zu suchen. In Wirklichkeit öffnet er die im Boden der Tasche eingelassene Klappe und zieht die unter der Tasche befindliche Ware in die Tasche.
3. Der „Ablenkungstrick“ Es handelt sich dabei um eine Methode, die gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt, begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im hinteren Geschäftsbereich bzw. auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen, um den Artikel zu holen.
4. Der „Klaukoffertrick“ Bei diesem Trick gehen Ladendiebe in folgender Weise vor: Ein als Geschenk präparierter hohler Karton wird in einer Tasche ins Geschäft mitgebracht. Das Band der Geschenkverpackung umschließt den Karton augenscheinlich fest. Das Band läuft jedoch keineswegs durchgehend, sondern verbirgt optisch einen an der Oberseite des Kartons angebrachten Klappdeckel.
5. Der „Verwirrtrick“ Der Ladendieb verwickelt mehrere Mitarbeiter in ein Verkaufsgespräch und lenkt somit die Aufmerksamkeit auf sich. Derweil kann ein Komplize im Geschäft sich als Ladendieb betätigen. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Verkaufsmitarbeiter sofort Unterstützung durch einen zusätzlichen Mitarbeiter holt, wenn er "Verdächtiges" bemerkt oder ein "ungutes" Gefühl hat.
6. „Teuer-Billig-Trick“ Diese Methode sei an einem einfachen Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde eine Flasche Eierlikör. Im "Umkarton" befindet sich jedoch nicht die Flasche Eierlikör sondern der teure Cognac.
7. Der „Kinderwagentrick“ Ein Kinderwagen ermöglicht es, eine große Anzahl gestohlener Ware zu entwenden. Die Ausrede des Ladendiebs bei Überführung „das muss der Kleine wohl eingesteckt haben“ erschwert die Beweislage, da Minderjährige nicht strafbar sind. Hier gilt es, die ertappte Mutter oder den ertappten Vater deutlich auf Folgen eines Diebstahls oder dessen Versuch aufmerksam zu machen. Die Personalien sollten auf jeden Fall vermerkt werden.
8.„Gebrauchte Kassenbons“ Häufig ist gerade im Lebensmittelbereich festzustellen, dass Kunden ihre Bons an der Kasse liegen lassen. Mit einem solchen Bon kann ein Ladendieb „einkaufen“ gehen. Er sucht nach den eingetippten Preisen die Waren aus und packt sie in seine Tasche. Zur Tarnung wird noch ein zusätzliches kleines Teil gekauft, das er „vorher vergessen hatte“. An der Kasse wird nur noch das neue Teil bezahlt und der Kassenbon als Legitimation für die anderen Waren vorgelegt.
9. „Ineinanderpacken“ Hohlkörper, wie gekaufte Abfalleimer, Plastikkörbe oder Kochtöpfe, werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Dieser Trick wird auch häufig bei Lederwaren, z.B. Taschen oder Portemonnaies angewandt. Hier ist die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter besonders gefordert.
10. „Aufeinanderpacken“ Besonders „beliebt“ im Getränkefachhandel. Ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche verdeutlicht diese Methode: Neben den Waren, die im Einkaufswagen sind, befindet sich auf der unteren Abstellfläche z.B. ein sperriger, schwerer Getränkekasten. Aufgrund des Gewichts wird der Kasten beim Kassiervorgang i.d.R. nicht aufs Band gestellt. Somit entgehen der Kassiererin beispielsweise die unter dem Kasten flach liegenden Zeitschriften. Auch möglich: Eine teure Spirituose wird im Getränkekasten mit einer günstigen Limonadenflasche getauscht.
11. Der Schwangerschaftstrick" Weibliche Ladendiebe täuschen manchmal eine Schwangerschaft vor, um unter dem weiten Umstandskleid alle möglichen Waren zu verstecken. Einzige Möglichkeit bei begründeten Verdacht: Die Person in ein Gespräch verwickeln und zumindest der Person zeigen, dass diese bemerkt worden ist. Oder mit gezielten Fragen versuchen, herauszufinden, ob die Frau wirklich schwanger ist, was sicher nicht einfach ist.
12. "Die soziale Tour" Hierbei hoffen die Täter auf das soziale Empfinden. Die nette junge Frau mit dem eingegipsten Arm, die Mutter mit dem Kleinkind, der junge Mann im Rollstuhl, Kinder werden durch das Drehkreuz zum wartenden Vater am Auto auf den Parkplatz geschickt, die alte Dame, die aus Vergesslichkeit wieder den Laden verlässt, um ihr Portemonnaie zu holen.
13. Der "Zeitschrift in Zeitschrift-Trick" Eine z.B. teure Computerzeitschrift oder ein anderer teuerer Artikel (siehe Foto) wird in eine wesentlich günstigere Zeitschrift gesteckt. Hierbei ist immer die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter gefordert, dieses zu kontrollieren.
14. Der "Helm-Trick" Der "Kunde" kommt mit einem Motorradhelm oder auch einem Fahrradhelm in das Geschäft und steckt, wenn wer nicht beobachtet wird, Kleinartikel in den Helm. Herbei ist Aufmerksamkeit geboten, wenn dieser "Kunde" nicht auf den ersten Blick als Motorradfahrer oder als Fahrradfahrer zu erkennen ist ( fehlende Motorradjacke usw.).
15. Der "Fenster-Trick" Manche Geschäfte haben in den Verkaufsräumen Fenster, die bei besonders warmen Witterungsbedingungen geöffnet werden. Geschickte Ladendiebe nutzen diese Fenster, wenn sie nicht verschlossen oder vergittert sind, Waren hinauszuwerfen, die dann ein zweiter Komplize aufnimmt und dann verschwindet. Tipp: Alle Fenster verschlossen halten oder wenn diese bei warmer Witterung geöffnet sein müssen oder sollen, vergittern.
16. Der "Umetikettier-Trick" Häufig lassen unachtsame Mitarbeiter Preisauszeichner im Geschäft liegen. Dies kann dann leicht von Betrügern genutzt werden, sich die Preise "selbst zu machen". Die Auszeichner sind heutzutage selbst für Laien leicht zu benutzen. Alle Preisauszeichnungsgeräte in einem Geschäft sollten immer verschlossen und nur für Verkaufsmitarbeiter zugänglich sein.
17. Der „Begleiter-Trick“ Häufig wird auf den Begleiter eines Kunden, der an der Kasse steht, nicht geachtet, da dieser „anscheinend“ keine Ware hat, sondern den „Hauptkunden“ nur begleitet. Hier ist immer besondere Aufmerksamkeit gefordert und der Begleiter sollte zumindest angesprochen werden. Mögliche Abhilfe: Kassendurchgänge verengen.
18. Der „Regenschirm-Trick“ Der Regenschirm bietet den Vorteil für den Dieb, dass er nicht geöffnet werden muss. Vorbeugung: Schirmständer für die Kunden am Eingang. Ansonsten hilft nur, den Kunden mit dem Schirm sehr genau zu beobachten.
19. „Dreistigkeits-Trick“ Der einfachste Trick. Ein Kunde geht im Geschäft „einkaufen“ und ohne zu bezahlen wieder heraus. Dies passiert häufig in Geschäften, die freie und offene Ein- und Ausgänge und keine Warensicherung haben. Hier hilft zumindest einen Türwächter mit Signalton anzubringen.
20. Der „Schiebe-Trick“ Ein Kunde bezahlt einen Artikel an der Kasse und schiebt auf dem Boden an der Kasse vorbei, einen weiteren , unbezahlten Artikel. Hier kann leicht vorgebeugt werden in dem die Kassenmitarbeiterin immer einem Kunden hinterher schaut.
Hans-Günther Lemke Porta Westfalica |
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| Hans-Günther
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