Pressespiegel


Zurück zur Übersicht
Pressespiegel
Pressebericht aus:
Branchen-Forum, 05.05.2010 05./06.2010

Schutz gegen Diebstahl im Zoofachhandel
 

 

Allein im letzten Jahr wurden in Deutschland Waren im Wert von über 4 Milliarden Euro gestohlen. Dabei werden die Ladendiebe und Betrüger immer kreativer, professioneller und leider auch gewalttätiger. Auch dies ist ein Grund dafür, dass sich auch Zoofachhändler immer mehr überlegen müssen, wie sie ihr Geschäft schützen können. Zum einen gehört dazu, dass die Mitarbeiter immer besser geschult werden sollten, zum anderen ist auch die Installation einer Warensicherungsanlage eine gute, wenn auch kostspieligere
Möglichkeit gegen Diebstahl und Betrug.

 

Besonders in Zoofachgeschäften, in denen hochwertige Waren, z.B. Spezialartikel in der Aquaristik, oder technische Geräte und kleine hochwertige Produkte angeboten werden, kann die Warensicherung eine wichtige Rolle spielen.

 

Aber welche Technik ist am besten?

 

Das Funktionsprinzip ist im Grundsatz bei allen gleich. Die Artikel werden durch Spezialetiketten gesichert. Diese Etiketten können durch berechtigtes Personal entfernt bzw. deaktiviert werden. Sobald ein Kunde versucht, mit unbezahlter Ware den Laden zu verlassen, wird ein Alarm ausgelöst.

 

Elektronische Artikelsicherung (EAS)

 

Auf dem Markt haben sich unterschiedliche Systeme der elektronischen Artikelsicherung ( EAS) etabliert, die nach verschiedenen technischen Verfahren arbeiten. Die Empfangs- bzw. Detektionseinrichtungen sind je nach verwendeter Technik als Schleusensystem mit seitlich angeordneten Detektionsantennen, als Bodensysteme, als Überkopfsysteme als integrierte Systeme, z.B. in Schaufensterpuppen, anzutreffen.

 

Als Sicherungsetiketten kommen je nach verwendeter Grundtechnik Hart-, Klebe- und Softetiketten in Betracht. Diese werden mit einem speziellen Verschluss und Spezialnadeln an der Ware befestigt. Das gefahrlose und beschädigungsfreie Entfernen der Sicherungsetiketten vom Produkt ist nur mit speziellem Gerät, z.B. mit Spezialmagneten, mechanischen , pneumatischen oder elektronischen Lösezangen möglich. Die drei unterschiedlichen Basistechnologien für EAS, die sich in der Praxis durchgesetzt haben, werden im folgenden vorgestellt.

 

Sie unterschieden sich geringfügig hinsichtlich ihrer spezifischen Vor- und Nachteile und sind untereinander nicht kompatibel. Alle bisherigen Versuche, die EAS zu standardisieren und zu einer einheitlichen Technologie zu gelangen, sind gescheitert. Auch künftig ist davon auszugehen, dass alle drei Technologien nebeneinander angeboten werden.

 

Radio- Frequenz-Technik

 

Bei der Radio- Frequenz- Technik wird durch Sende- und Empfangstechnik ein räumlich begrenztes Radiofrequenzfeld erzeugt. Für die Detektion- die Auslösung des Alarms- kommen Ein- oder Mehrantennensysteme in Frage.

 

Bein Einantennensystem sind Sender und Empfänger kombiniert untergebracht. Damit lassen sich bei Mittelstellung der Antenne Ausgänge in Abhängigkeit der eingesetzten Etiketten bis zu einer Durchgangsbreite von 2,40 m absichern.

 

Aus technischen Gründen ist eine Aneinanderreihung des Einantennensystems nicht möglich, so das bei größeren Durchgangsbreiten getrennte Sende-/und Empfangsantennen montiert werden müssen. Hier lassen sich Ausgänge von 10 und mehr Metern mit vielen Antennen überwachen.

 

Für die Warensicherung kommen alle gängigen Etikettenarten wie Hart-, Soft- und Papieretiketten in Frage. Die Detektion lässt sich weder durch Körperabschirmung noch durch dicke Taschen vermeiden. Metallische Waren lassen sich nicht absichern, da hier die Radiowellen eliminiert werden. Daher sollte der Handel mit Computern und Zubehör sowie Elektro-, Rundfunk-, Fernseh- und Phonogeräte andere Systeme einsetzen. Die RF- Technik hat eine durchschnittliche Detektionsrate, d.h. eine gute Auslösequalität und ist universell einsetzbar.

 

Elektromagnetische Technik (EM)

 

Sie basiert auf dem Metalldetektionsprinzip. Ein ausgewähltes Metall sowie eine spezielle Codierung werden von der Elektronik erkannt und lösen einen Alarm aus. Der Nachteil ist die geringe Durchgangsbreite des Antennensystems von 0,8 bis 1 Meter. Fluchtverordnungen schreiben heute Durchgangsbreiten von zwei Metern vor. Bei einem Einsatz von drei Antennen kann die Durchgangsbreite auf max. zwei Metern ausgedehnt werden. Als Sicherungselemente kommen Hartetiketten bevorzugt Papierklebeetiketten in unterschiedlichsten Formen zum Einsatz.

 

Der Vorteil der EM- Technik liegt in der guten Erkennungs- und Auslösungsqualität sowie der universellen Einsetzbarkeit. Metallische Gegenstände können bedingt mittels EM- Technik gesichert werden.

 

Akustomagnetische Technik (AM)

 

Bei der akustomagnetischen Technologie senden die Antennen im Ausgangsbereich Ultraschall- Schwingungen aus. Die Hart- bzw. Klebeetiketten enthalten zwei dünne Metallplättchen, die von den Antennen in Eigenschwingungen versetzt werden. Das Sicherungssystem erkennt diese Schwingungen des Etiketts innerhalb einer Erfassungsbreite und gibt Alarm.

 

Die Durchgangsbreite beträgt bei allen z.B. von ADT Sensormatic GmbH angebotenen bis zu 2,40 Meter mit vertikal installierten Antennen. Eine Aneinanderreihung mehrerer Systeme für beliebig größere Durchgangsbreite ist möglich. Mit Bodenantennensystemen von ADT Sensormatic können unendlich breite Ausgänge abgedeckt werden. Der geringe Installationsaufwand, die gute Auslösequalität sowie relativ kleine bzw. leichte Etiketten sind als Vorteile herauszustellen.

 

Durch die einzigartige Beschaffenheit der Etiketten ist diese Technologie nahezu fehlerfrei mit hindurch getragenen Waren. Zu beachten ist die Druckempfindlichkeit des Papieretiketts, da das Schwingungsverhalten unter Druck verändert wird. Hierbei ist zu bemerken, dass bei jeder EAS- Technologie ein Klebeetikett einfach mechanisch manipulierbar ist bzw. von der Ware entfernt wird. Alle Klebeetiketten sind zu 100% deaktivierbar. Mit den kleinen Klebeetiketten können nahezu alle Warenbereiche gesichert werden. Selbst in metallhaltigen Verpackungen löst diese Technologie einen Alarm im EAS System aus.

 

Das System ist für alle Sortimentsbereiche geeignet, vorrangig im Bekleidungsbereich-, Parfümerie-/ Drogerie-, Baumarkt-, Media- und Super/ Hypermarktbereich. Für Textilien , z.B. Reitsport oder für Taschen im Zoogeschäft gibt es auch die Möglichkeit des Einsatzes von Hartetiketten, die mit einer Nadel befestigt werden.

 

Die EAS- Systeme in Vergleich

 

Die Entscheidung für ein bestimmtes System ist abhängig von der Sicherungsaufgabe, der Warengruppe, dem Kosten-/ Nutzenaspekt, den betrieblichen und baulichen Gegebenheiten und insbesondere von den technischen Anforderungen, die der Händler an das System stellt.

 

Folgende Kriterien kommen für die Auswahl eines geeigneten EAS- Systems in Betracht: Schleusenbreite ( Abstand zwischen den Antennen): Die erforderlichen Schleusenbreiten hängen von der Zugangssituation im Ladengeschäft ab.

 

Detektionsrate ( Wahrscheinlichkeit der Erkennung des Signals): Angestrebt wird i.d.R. eine Erkennungsrate von 100%.

 

Die Zuverlässigkeit des Systems hängt oftmals von der verschiedenen Faktoren ab, etwa der Schleusendurchgangsbreite, der Größe der eingesetzten Sicherungselemente etc. Fehlalarm ( ungewollt ausgelöster Alarm durch Umweltstörungen oder durch andere Objekte): Gelegentliche Fehlalarme können zwar dem Kunden die Funktionsfähigkeit des Systems demonstrieren, bei häufigen Auftreten bergen sie aber die Gefahr einer mangelnden Personalakzeptanz und Personalreaktion.

 

Deaktivierungsdistanz: Vorteilhaft für eine komfortable Deaktivierung ist eine möglichst große Entfernung des Etiketts vom Deaktivator. Hierbei ist allerdings auch zu beachten, dass es nicht zu ungewollten Deaktivierungen kommt, wenn z.B. von einem Dieb gesicherte Teile in eine Großverpackung versteckt werden (z.B. Kleinteile in einem Hohlkörper).

 

Deaktivierungsquote ( Wahrscheinlichkeit der Entschärfung des Etiketts): Eine 100%-ige Deaktivierungsquote ist unabdingbar. Nicht entsicherte Produkte und Artikel können ansonsten unberechtigte Alarme in anderen Betrieben auslösen.

 

Reaktivierbarkeit ( Möglichkeit, ein bereits entschärftes Etikett erneut zu aktivieren): Hierbei ist zu unterscheiden zwischen der gewollten Reaktivierung z.B. einer zurückgebrachten Ware oder der ungewollten Reaktivierung z.B. eines in einem Kleidungsstück eingebrachten Etiketts. Auch ist es immer wieder eine gute Abschreckung Hinweisschilder anzubringen:

 

Bei der akustomagnetischen Technologie können die Etiketten bewusst bei Rücknahmen wieder reaktiviert in den Verkauf gehen. Der Händler bzw. Kaufmann sollte die Entscheidung für ein bestimmtes System neben dem Kostengesichtspunkt letztendlich davon abhängig machen, welches System die für ihn wichtigsten Schlüsselkriterien am ehesten erfüllt.

 

Sonstige Überwachungsmöglichkeiten im Handel

 

Die elektronische Leinensicherung

Die Leinensicherung bietet sich vor allem für große und kleine hochpreisige Artikel an. Dabei kann der Kunde die Ware in die Hand nehmen- aber bei der Entfernung der Leine erfolgt ein Alarm. Besonders für Artikel, die sonst in verschlossenen Glasvitrinen angeboten werden. Aber auch Artikel wie Kameras, Handys oder Rasierapparate werden inzwischen immer mehr zu Demonstrationszwecken mit der Leinensicherung versehen. Für Massenabsicherungen ist diese Technik weniger geeignet, aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen. Vorteil. Der Kunde kann die Ware in die Hand nehmen.

 

Die Safer Box

Diese Möglichkeit der Warensicherung eignet sich besonders u.a. für DVD oder auch andere hochwertige Artikel an.

 

Die Sensormatte

Die Sensormatte dient als Unterlage für die Warenpräsentation und reagiert auf das Wegnehmen der Ware. Die Empfindlichkeit beginnt bei ca. 3 Gramm und kann an die Artikel angepasst werden. Die Matten sind in unterschiedlichen Größen erhältlich.

 

Quellensicherung

Die Quellensicherung ist die effektivste Möglichkeit, ein Produkt zu sichern. Bei der Herstellung kann das EAS Etikett direkt in das Produkt eingebracht werden. Es können so Kleidungsstücke mit Einnäheetiketten versehen werden oder z.B. Akkuschrauber direkt im Produkt gegen Diebstahl gesichert werden. Die Ware kann bei Anlieferung im Geschäft sofort in den Verkauf gehen, ohne dass noch ein Warensicherungsetikett angebracht werden müsste.

 

Tests haben bewiesen, dass Inventurverlustrückgänge bis zu 30% möglich sind. Durch die Sicherung im Produkt können Waren auch offen präsentiert werden. Sie werden dann nicht mehr in Glasvitrinen gezeigt, sondern der Kunde kann die Ware direkt anfassen und kaufen. Es ist bewiesen, dass die offene Warenpräsentation den Abverkauf mehr als 100% steigern kann. Das Problem: Wer übernimmt die Kosten: Handel oder Industrie?

 

Schließfächer

Auch die Einrichtung von Schließfächern, in denen der Kunde seine mitgebrachte Tasche oder Tüte vor seinem Einkauf abgeben kann, ist ein zusätzliches Hilfsmittel, um Gelegenheitsdiebstählen mehr vorzubeugen. Diese Möglichkeit ist jedoch bei vielen kleineren Zoofachgeschäften gar nicht baulich möglich. Rechtlich kann nicht von einem Kunden verlangt werden, dass er seine Taschen abgibt. Dies kann nur freiwillig geschehen.

 

Ansprache von Kunden bei Signalauslösung

Es kommt in einem Geschäft, welches mit einem EAS- System arbeitet, immer wieder einmal vor, dass Alarme im Aus- und Eingangsbereich ausgelöst werden. Es ist festgestellt werden, dass mehr als 95 % aller Signale durch vergessene oder nicht korrekt entwertete Etiketten ausgelöst werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter an den Kasse sensibel für Alarme sind und beleiben und auch wissen, wie der „alarmauslösende“ Kunde, der kein Dieb ist, anzusprechen ist. Der Kunde, der einen Alarm ausgelöst hat, weil er etwas gestohlen hat, wird im Regelfall versuchen, wegzulaufen.

 

Hans-Günther Lemke

Porta Westfalica

Zum Seitenanfang
Hans-Günther Lemke
Training für Führung und Verkauf
Basenberg 22
D-32457 Porta Westfalica
Telefon: (+49) 05706-1518
Telefax: (+49) 05706-955548
E-Mail: info@lemke-training.de
Internet: http://www.lemke-training.de