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Pressebericht aus:
Pet 01.03.2010

Mehr Umsatz mit effektiver Regalplatzierung (Teil 2)
 

 

Durchschnittlich werden im Einzelhandel ca. 80 % des Umsatzes mit der Stammplatzierung, also meist mit der Regalplatzierung generiert. Leider erhalten trotz allem diese Platzierungen nicht immer bei jedem Händler den Stellenwert, den sie einnehmen müssten. Der Beitrag beschäftigt sich mit Vor- und Nachteilen verschiedener Regalplatzierungsformen und hilft durch gute Regalplatzierungen mehr Umsatz zu erreichen.

 

Entscheidend für die Bewertung der Regalzonen ist auch immer der Abstand, den Kunde vom Regal wählt, was meist unbewusst passiert. Je kleiner der Abstand des Kunden zum Regal ist, desto kleiner ist auch das Blickfeld des Kunden. Aus diesem nachvollziehbaren Grund macht es häufig Sinn, nicht zu viele Regalböden einzubauen und unterschiedlich tiefe Böden zu platzieren.

 

Es ist wichtig, zu wissen, wie die Rangfolge und Wertigkeit der einzelnen Regalböden ist:

 

Wir unterscheiden beim Gesamtregal:

  • Regalmitte = Sehr gut

  • Regal- rechte Seite = gut

  • Regal- linke Seite = weniger gut

Die verschiedenen Regalzonen

Natürlich ist es beim Einräumen der Artikel nicht unwichtig, auf welchen Regalboden diese platziert werden. Auch in einem Regal gibt es verkaufsstärkere und verkaufsschwächere Bereiche. Durch genaue Kenntnisse der Wertigkeiten und Bedeutung der einzelnen Regalzonen kann die Ware optimal und den Handelszielen gerecht, platziert werden.

 

Wir unterschieden:

  • Die Reckzone über 170 cm

  • Die Sichtzone 120- 170 cm

  • Die Griffzone 80- 120 cm

  • Die Bückzone 0- 80 cm

Die Sichtzone ist die umsatzstärkste Zone in einem Regal, die Reckzone die umsatzschwächste. Die Zone oberhalb 170 cm wird in vielen Geschäften mittlerweile immer mehr als kleines Warenlager genutzt, besonders für Artikel, die häufig nachgeräumt werden müssen.

 

Die Werte für die verschiedenen Zonen sind anhand von vielen Untersuchungen der Durchschnittsgrößen von Menschen aufgestellt worden.

 

Der Trend in den letzten Jahren zeigt auf, dass die Durchschnittsgrößen noch ansteigen werden.

  • Männer ca. 178 cm

  • Frauen ca. 168 cm

(Studienstand 1996)

 

Hinweis: Natürlich haben wir nicht immer nur vier Regalböden für ein Sortiment, so dass es ziemlich leicht ist, die Regalzonen genau nach den Wertigkeiten einzuteilen.

 

Oft ist es in einem Geschäft, besonders bei Kleinartikeln wie z.B. bei Tiervitaminpräparaten oder Angelzubehör nicht anders möglich, 6 oder sogar 7 Regalböden aufgrund der Warenmenge einzurichten. Bei Artikeln wie z.B. Hundeleinen macht es jedoch mehr Sinn, die Waren zu "hängen".

 

Dann ist es möglich, dass wir zwei Sichtzonen und zwei Griffzonen haben. Dies stellt jedoch für den Händler kein großes Problem dar. Es muss beim Einsortieren von Produkten vorab genau überlegt und geplant sein, nach welchen Kriterien die Produkte und Artikel platziert sein sollen. Dies kann nach Ertrags- und Umsatz- oder auch Imagegesichtspunkten erfolgen.

 

Die Wertigkeiten

 

Die Sichtzone ist die umsatzstärkste Regalzone und die Reckzone ist der umsatzschwächste Bereich in einem Regal.

 

Die gesamte Rangfolge der Regalzonen lautet also

  • Sichtzone = Rang 1

  • Griffzone = Rang 2

  • Bückzone = Rang 3

  • Reckzone = Rang 4

Die Frage, die außerdem beantwortet werden muss: Welche Artikel sollen in welcher Zone platziert werden? In der Sichtzone können platziert sein:

 

Z.B.:

  • Neue Artikel eines Herstellers

  • Artikel mit hoher Nettospanne oder Stücknutzen

  • Förderungswürdige Artikel

  • Artikel, die im Trend liegen oder gerade in der TV- Werbung aktuell sind Artikel die massiv beworben werden, TV, Printwerbung, Funkspots usw.

  • "Ladenhüter" (umschlagsschwache Produkte oder Artikel, die aus dem Sortiment sind oder nicht mehr hergestellt werden)

Sollte in einem Sortiment die Förderungswürdigkeit keine Rolle spielen, dann gehören die mittleren Preislagen in die Sichtzone. Diese Artikel sind häufig auch die bekanntesten. Die Signalwirkung auf den Kunden ist hoch. Dadurch wird die hier gesamt platzierte Warengruppe leicht identifiziert.

 

Ergänzend gilt dann:

  • Teure Artikel nach oben.

  • Qualitativ hochwertige Artikel gehören nach oben.

  • Preiswerte Artikel gehören nach unten.

  • Qualitativ geringerwertige Artikel gehören nach unten.

In der Bückzone können platziert sein:

  • Große und auffällige Artikel z.B. Bergwiesenheu, Vogelsand , Katzenstreu u.a. großvolumigen Artikel.

  • Umschlagshäufige Impulsartikel, die viel vom Kunden verlangt und gekauft werden.

  • Artikel mit besonders auffälligen und großen Packungsaufdruck

  • Besonders schwere Artikel

  • Zerbrechliche Artikel, z.B. große Glasprodukte, damit der Kunde keine Angst hat, das Produkt aus dem Regal zu nehmen

Hinweis: Ein besonderes Problem liegt in den verschiedenen Packungsgrößen. Der Handel kann den Kunden dazu verführen, die Packungsgröße zu kaufen, die dem Handel den größten Nutzen bringt. Und dies ist meist die Packung mit dem größten Inhalt.

 

Werden die verschiedenen Packungsgrößen eines Artikels übereinander platziert, so gehören die Packungsgrößen, die forciert werden sollen, auf den Boden mit höherer Wertigkeit. Artikel mit geringem Umsatz werden im unmittelbaren Umfeld von Artikeln mit hohem Umsatz platziert.

 

Für umsatzschwache Teilsortimente gilt: Grifflücken lassen.

 

Kunden haben oft Scheu davor, bei zu vollen Regalen zuzugreifen. Vor allem gilt dies für Artikel, die noch keine so hohe Akzeptanz haben. Deshalb den Warenträger nicht zu voll packen, damit der Eindruck entsteht, es wurde schon gekauft.

 

Die Regalplatzierungsformen

 

Es haben sich in den letzten Jahren zwei verschiedene Arten der Regalplatzierung etabliert.

 

Die horizontale Platzierung

 

Bei dieser Form der Platzierung wird eine Artikelgruppe unabhängig vom Hersteller und der Artikelgröße platziert. Der Verbraucher kann sich nur einen Überblick verschaffen, wenn er die gesamte Regalstrecke abgeht. Sie werden dann besonders schwierig, wenn diese über ganze Warenträger laufen, d.h. Breiten von 3-8 Metern.

 

Nachteile: Ein Kunde, der sich viel bewegen muss, ist meist ein „schlechter“ Kunde, weil er nur die Produkte kauft, die er sofort sieht. Er konzentriert sich nur auf einen Regalboden und übersieht dabei oft die Sortimente darunter

 

Die vertikale Platzierung

 

Im Gegensatz zur horizontalen Platzierung kann der Kunde von einem bestimmten Haltepunkt aus die gesamte Warengruppe übersehen- auch Blockbildung genannt. Sie findet häufig Anwendung, wenn nach Herstellerfirmen oder nach Marken platziert wird. Diese Platzierung orientiert sich nach der Marktbedeutung - nach Umsatz oder nach Absatz/ Menge.

 

Nachteile: Durch Beiplatzierungen (neue Artikel o.ä.) ergeben sich häufig unattraktive Verschiebungen der Regalblöcke. Bei einem schnellen Abverkauf entstehen häufig große Lücken, die erst spät erkannt werden und zu Fehlbeständen führen können.

 

Merksätze Allgemeine Platzierungsregeln

  • Masse bzw. ausreichende Menge platzieren

  • Farblich gleichwertige Artikel nicht unmittelbar nebeneinander platzieren

  • Packungsbild, bzw. informative Seite in Sichtrichtung des Kunden platzieren

  • Regelmäßig Warenbestand prüfen

  • Keine zu großen Lücken im Regal lassen

  • Ware ordentlich stapeln und aneinander reihen

  • Hinweisschilder müssen mit der Regalbestückung übereinstimmen

  • Die Preisauszeichnung muss vollständig sein (Gesetzliche Vorschriften unbedingt beachten, z.B. Literpreisauszeichnung)

  • Nur unbeschädigte Ware anbieten

  • Nur saubere Ware anbieten

  • Verschmutze Warenträger reinigen

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  • Mehr Umsatz mit optimaler Warenplatzierung

  • VDM- Verlag Dr. Müller, ISBN 3-936755-18-3, 100 Seiten, 24,80 Euro.

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Hans-Günther Lemke

Porta Westfalica

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Hans-Günther Lemke
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