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Neben Ladendiebstählen und anderen Betrügereien hat ein
Geschäftsbetreiber auch vermehrt mit dem Problem „Falschgeld“ zu tun und
muss wissen, wie diesem vorzubeugen ist, bzw. „Blüten“ zu erkennen sind.
Heute mehr als sieben Jahre danach, haben sich auch die Geldfälscher an
die neue Währung gewöhnt.
41000 Fälschungen registrierte die Deutsche Bundesbank im Vorjahr im
Zahlungsverkehr. Dazu allein 80.000 Münzen.
Am meisten gefälscht wurde der 100-Euroschein (32%), ihm folgen der
50-Euroschein ( 31%), der 20-Euroschein ( 21%) und der 200- Euroschein
(11%). Es entstand ein Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr 2009 haben sich die Zahlen etwas verändert. Auffällig
besonders, dass sich der Wertverlust zwar verringert hat, jedoch die
Anzahl der Falschgeldnoten vermehrt hat. In 2009 wurde bis Ende Juni des
Jahres am meisten wieder der 50- Euroschein gefälscht. Interessant ist
besonders, dass allein 28% der „Blüten“ jetzt im Gegensatz zum Vorjahr
auf den 100- Euroschein entfallen.
Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Thema intensiver auseinander zu
setzen.
Wegen moderner Drucktechniken wird Falschgeld immer professioneller.
Um sich zu schützen, gibt es für den Einzelhandel nur ein Mittel:
Geschultes Verkaufspersonal und Sicherheitsgeräte.
Bei den Geldprüfgeräten gibt es verschiedene Alternativen:
Der "Quicktester" sieht aus wie ein Stift. Zieht man mit diesem über den
Schein einen Strich, so verfärbt er sich bei einem "falschen" Schein
schwarz, bei echten Scheinen ist nicht zu sehen. Der "Quicktester" ist
handlich in der Anschaffung günstig. Der Nachteil ist, dass der Stift
meist nur die schlechteren Fälschungen erkennen kann.
Eine bessere, wenn auch eine kostenintensivere Alternative ist der
Einsatz von UV-Lampen in den Kassentischen. Der Vorteil ist hier, dass
die einfachen Fälschungen erkannt werden können und der Mitarbeiter an
der Kasse keine Gerät in die Hand nehmen muss. Echte Banknoten leuchten
farbig auf, falsche Scheine erscheinen in einem blauen Licht. Aber auch
hierbei ist es Fälschern schon gelungen, die UV- Lampen durch gut
gemachte "Blüten" zu überlisten.
Die beste Möglichkeit, wenn auch teuerste Methode zur Absicherung sind
deshalb Geldprüfgeräte, die immer mehrere Sicherheitsmerkmale der
Geldscheine überprüfen können.
Auch ein Vorteil: Gute Prüfgeräte können auch verschiedene Währungen
bzw. Banknoten auf Echtheit jederzeit erkennen.
Wenn keine technischen Hilfsmittel in einem Geschäft vorhanden sind,
hilft nur noch der aufmerksame Mitarbeiter.
Das heißt:
Fühlen
Auf der Banknotenvorderseite ist ein ertastbares Relief,
insbesondere die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank- BCE, ECB,
EZB, EKT, EKP, die Wertzahl und die Abbildungen der Fenster und Tore.
Kippen
die Spezialfolien mit den unterschiedlichen optischen veränderlichen
Motiven werden sichtbar. Die rechte Wertzahl auf der Rückseite weist bei
Banknoten (50 €, 100 €, 200 €, 500 €) eine sich verändernde Farbe auf
Sehen
im Gegenlicht ist zu prüfen, ob das Wasserzeichen echt ist, der
Sicherheitsfaden vorhanden ist, ob die Elemente des Durchsichtsregisters
exakt aufeinander passen
Es reicht nicht aus, nur ein Sicherheitsmerkmal zu prüfen, besser
sollten immer alle Merkmale auf Echtheit geprüft werden. Hierzu gibt es
ausführliches Infomaterial und sogar Lernprogramme für Kassenmitarbeiter
bei der Deutschen Bundesbank. Infos auch unter:
www.deutsche-bundesbank.de.
Am meisten wird seit der Euroeinführung die 2-Euromünze nachgemacht, die
allein 82% des gesamten Falschmünzenaufkommens ausmacht. Diese gilt es
deshalb besonders zu prüfen.
Auch bei Münzen gibt es Eigenschaften, die zu beachten sind, um „echte“
von „falschen“ zu unterscheiden.
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Das Münzbild tritt bei Echt- Münzen
deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor.
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Die Farbtönung bei Falsch- Münzen weicht
in der Regel von Echt- Münzen ab.
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Echte 1- und 2 Euromünzen sind nur
schwach magnetisch. Falsch- Münzen dagegen haften meist sehr stark
an Magneten.
-
Die Randprägungen der echten Münzen sind
gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fälschungen haben
häufig unvollständige Randprägungen.
Auch ist darauf zu achten, dass es Länder gibt wie z.B. die türkische
Lihra-Münze oder die thailändische Baht-Münze, die den 2-Euromünzen mehr
als nur ähnlich sind. Diese sind zwar kein „echtes“ Falschgeld, haben
jedoch meist einen wesentlich geringeren Wert, so dass es auch einen
Verlust für den Händler darstellt.
Im Folgenden finden Sie einige nützliche Tipps für das richtige
Verhalten im Falle eines Falschgeldverdachts:
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Bleiben Sie ruhig! Setzen Sie sich
keiner Gefahr aus.
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Lassen Sie sich nicht auf eine
Auseinandersetzung ein.
-
Versuchen Sie, einige der genannten
Sicherheitsmerkmale zu erkennen, ohne dabei jedoch Verdacht zu
erwecken.
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Sagen Sie dem Kunden, dass Sie etwas
näher prüfen müssen. Wenden Sie sich dann an Ihren Vorgesetzten.
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Überlassen Sie es Ihrem Vorgesetzten,
mit dem Kunden zu sprechen.
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Werden Sie nicht nervös und geben Sie
die verdächtige Banknote nicht an den Kunden zurück.
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Wenn eine Überwachungskamera vorhanden
ist, schalten Sie diese ein.
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Halten Sie den Kunden hin, ohne sich
dabei einem Risiko auszusetzen.
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Rufen Sie die Polizei.
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Flüchtet der Kunde in einem Wagen,
versuchen Sie, sich das Kennzeichen und die Automarke zu merken.
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Berühren Sie die gefälschte Banknote nur
vorsichtig, um vorhandene Fingerabdrücke nicht zu verwischen.
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Spielen Sie nicht den Helden – denken
Sie immer an Ihre eigene Sicherheit.
Noch ein wichtiger Hinweis: Auch wenn
Falschgeld nicht ersetzt wird, sollte kein Händler auf die Idee kommen,
sich schadlos zu halten, in dem er Falschgeld wieder in Umlauf bringt.
Denn wer heute wissentlich Falschgeld einkassiert hat und weitergibt,
macht sich strafbar lt. Paragraph 36 laut Bundesbank- Gesetz. Hier
können Geldbußen bis zu 300.000 Euro drohen.
Hans-Günther Lemke
Porta Westfalica |