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Pressebericht
aus: equitrends, 06.11.2009 Die Tricks der Langfinger |
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Ladendiebe und Betrüger immer kreativer und
professioneller und machen auch nicht halt vor dem Reitsportfachhandel.
Wie erkenne ich einen möglichen Dieb?
Es ist heutzutage wirklich nicht einfach,
einen Ladendieb auf Anhieb zu erkennen, denn es kommt jede Altersgruppe
und auch jede Person, egal welcher sozialer Herkunft, in Betracht, einen
Diebstahl zu begehen. Die meisten Ladendiebstähle werden auch heute noch
von Gelegenheitsdieben durchgeführt ("Gelegenheit macht Diebe"). Diese
Diebe stehlen nicht jeden Tag und sind meist dementsprechend nervös.
Daher besteht eine gute und realistische Chance, die möglichen Diebe
anhand ihrer Verhaltensweisen zu erkennen.
Vorsicht bei Ablenkungsmanövern!
Wirken bei einem Diebstahl mehrere Personen
zusammen, kann häufig folgendes Verhalten beobachtet werden:
Verhaltenstipps für den Ernstfall
Schließlich stellt sich die Frage: Wie soll man sich beim Stellen eines Ladendiebs am besten- und korrekt- verhalten?
Nachfolgend sind die häufigsten Tricks aufgeführt:
1. Die einfache und gebräuchlichste Methode
Die Ware verschwindet direkt in der
Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder auch in weiten offenen
Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90% der Fälle zum Tragen.
Es betrifft die so genannten "Gelegenheitsdiebe", die heutzutage wieder
wesentlich mehr geworden sind.
Ein wirklich professioneller Trick. Eine
offene, präparierte Handtasche wird auf einen Warenstapel gestellt. Der
Ladendieb täuscht vor, etwas in der Tasche zu suchen. In Wirklichkeit
öffnet er die im Boden der Tasche eingelassene Klappe und zieht die
unter der Tasche befindliche Ware in die Tasche.
Es handelt sich dabei um eine Methode, die
gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während
eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt,
begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine
Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im
hinteren Geschäftsbereich bzw. auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das
Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt
lassen, um den Artikel zu holen.
Bei diesem Trick gehen Ladendiebe in
folgender Weise vor: Ein als Geschenk präparierter hohler Karton wird in
einer Tasche ins Geschäft mitgebracht. Das Band der Geschenkverpackung
umschließt den Karton augenscheinlich fest. Das Band läuft jedoch
keineswegs durchgehend, sondern verbirgt optisch einen an der Oberseite
des Kartons angebrachten Klappdeckel.
Der Ladendieb verwickelt mehrere Mitarbeiter
in ein Verkaufsgespräch und lenkt somit die Aufmerksamkeit auf sich.
Derweil kann ein Komplize im Geschäft sich als Ladendieb betätigen. Hier
ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Verkaufsmitarbeiter sofort
Unterstützung durch einen zusätzlichen Mitarbeiter holt, wenn er
"Verdächtiges" bemerkt oder ein "ungutes" Gefühl hat.
Diese Methode sei an einem einfachen
Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde ein Paar günstige
Reiterhandschuhe für 9,95 €. In der Verpackung befinden sich jedoch
wesentlich teuere Handschuhe für über 30 Euro. Dieser Trick wird auch
bei vielen anderen Waren, die im Karton oder in Taschen verpackt sind,
angewandt.
Häufig ist festzustellen, dass Kunden ihre
Bons an der Kasse liegen lassen. Mit einem solchen Bon kann ein
Ladendieb „einkaufen“ gehen. Er sucht nach den eingetippten Preisen die
Waren aus und packt sie in seine Tasche. Zur Tarnung wird noch ein
zusätzliches kleines Teil gekauft, das er „vorher vergessen hatte“. An
der Kasse wird nur noch das neue Teil bezahlt und der Kassenbon als
Legitimation für die anderen Waren vorgelegt.
Hohlkörper oder andere Plastikwaren z.B.
werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Hier ist die Aufmerksamkeit der
Kassenmitarbeiter besonders gefordert.
Ein Beispiel verdeutlicht diese Methode:
Neben den Waren, die im Einkaufswagen sind, befindet sich auf der
unteren Abstellfläche z.B. ein großer Beutel Katzenstreu. Aufgrund des
Gewichts wird das Streu beim Kassiervorgang nicht auf den Kassentisch
gelegt. Somit entgehen der Kassiererin beispielsweise die unter dem
Kasten flach liegenden Pferdefachzeitschriften.
Hierbei hoffen die Täter auf das soziale
Empfinden. Die nette junge Frau mit dem eingegipsten Arm, die Mutter mit
dem Kleinkind, der junge Mann im Rollstuhl, Kinder werden durch das
Drehkreuz zum wartenden Vater am Auto auf den Parkplatz geschickt, die
alte Dame, die aus Vergesslichkeit wieder den Laden verlässt, um ihr
Portemonnaie zu holen.
Der Dieb stattet die von ihm ausgewählten
Artikel, z.B. Elektrogeräte mit Zusatzartikeln aus, z.B. Batterien, die
im Preis nicht mit enthalten sind. Hierbei sind alle Kassenmitarbeiter
immer wieder zu informieren, welche Zusatzartikel in den angebotenen
Verkaufsartikeln mit enthalten sind.
Eine z.B. teure Fachzeitschrift wird in eine
wesentlich günstigere Zeitschrift gesteckt. Hierbei ist immer die
Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter gefordert, dieses zu kontrollieren.
Auch ein beliebter Trick, um gestohlene Grußkarten zu „verstecken“.
Der "Kunde" kommt mit einem Motorradhelm
oder auch einem Fahrradhelm in das Geschäft und steckt, wenn wer nicht
beobachtet wird, Kleinartikel wie z.B. Vitaminpräparate für Pferde in
den Helm.
Weibliche Ladendiebe täuschen manchmal eine
Schwangerschaft vor, um unter dem weiten Umstandskleid alle möglichen
Waren zu verstecken. Einzige Möglichkeit bei begründeten Verdacht: Die
Person in ein Gespräch verwickeln und zumindest der Person zeigen, dass
diese bemerkt worden ist. Oder mit gezielten Fragen versuchen,
herauszufinden, ob die Frau wirklich schwanger ist, was sicher nicht
einfach ist.
Häufig lassen unachtsame Mitarbeiter
Preisauszeichner im Geschäft liegen. Dies kann dann leicht von Betrügern
genutzt werden, sich die Preise "selbst zu machen". Die Auszeichner sind
heutzutage selbst für Laien leicht zu benutzen. Alle
Preisauszeichnungsgeräte in einem Geschäft sollten immer verschlossen
und nur für Verkaufsmitarbeiter zugänglich sein.
Häufig wird auf den Begleiter eines Kunden,
der an der Kasse steht, nicht geachtet, da dieser „anscheinend“ keine
Ware hat, sondern den „Hauptkunden“ nur begleitet.
Der Regenschirm bietet den Vorteil für den
Dieb, dass er nicht geöffnet werden muss. Vorbeugung: Schirmständer für
die Kunden am Eingang. Ansonsten hilft nur, den Kunden mit dem Schirm
sehr genau zu beobachten. Auch ein beliebter Trick. Der Kunde zieht im Fachgeschäft die neuen hochwertigen Reitstiefel an und lässt seine alten Stiefel einfach im Regal. Hier sind viele Geschäfte schon so weit, dass sie nur noch einen Stiefel zeigen und erst bei Nachfrage des Kunden den zweiten aus dem Lager holen.
Hans-Günther Lemke Porta Westfalica |
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| Hans-Günther
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