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Pressebericht aus:
pet, 05.11.2009

Sichern und überwachen

Tests haben gezeigt, dass durch Warensicherung Inventurverlustrückgänge bis zu 30 Prozent möglich sind. Gleichzeitig kann der Abverkauf durch offene Warenpräsentation um bis zu 100 Prozent gesteigert werden.

Im dritten Teil der Serie von Hans- Günther Lemke ist zu lesen, wie offene Warenpräsentation mit gleichzeitiger Sicherung kombiniert werden kann.

Mit Hilfe von Videoüberwachungsanlagen lässt sich das Geschehen vor Ort bzw. in einem Geschäft beobachten. Sie sind heute ein wirkungsvolles Instrument zur Diebstahlprävention und zur Überführung von Dieben und Betrügern im Handel.

 

Die Videoüberwachung bietet folgende Vorteile:

 

Vor allem Gelegenheitsdiebe, die immer mehr seit 2003 geworden sind, werden durch Videoüberwachungskameras, die gut und sichtbar installiert sind, abschrecken. Die Videoaufzeichnung erleichtert die Beweissicherung und Identifizierung des Täters.

Es lassen sich beliebig viele Objekte und Verkaufsräume gleichzeitig überwachen. Eine Dauerüberwachung ist möglich. Sie ist allerdings personal- und kostenintensiv, da eine mögliche Intervention im Fall eines Diebstahls jederzeit Mitarbeiter verfügbar und anwesen sein müssen. Meist wird ein Mitarbeiter für die jeweilige Festnahme/ Verfolgung des/ der Täter benötigt. Wenig sinnvoll sind Anzeigen bei der Polizei mit Aufnahmen von einem unbekannten und flüchtigen Täter.

Es ist nicht unbedingt erforderlich, nur „scharfe“ Kameras zu installieren. Auch Attrappen können durchaus eine abschreckende Wirkung entfalten. Sinnvoll ist eine kombinierte Installation von „falschen“ und echten Kameras. Sie sind leicht auszutauschen, so dass an einem bestimmten Bereich im Geschäft zeitweise echte Kameras, zeitweise Attrappen im Wechsel installiert werden.

ADT Sensormatic bietet neben Sicherheit gegen externen Diebstahl auch Systeme zur Aufdeckung/ Verhinderung von internem Diebstahl an. Hierzu werden die Kassendaten parallel mit dem entsprechenden Bild der Kasse angenommen. Es ist dann später möglich, nach außergewöhnlichen Transaktionen wie Storno, Rückgaben, Rabatte, usw. gezielt zu suchen. Mit Hilfe solcher Systeme werden nicht nur die „schwarzen Schafe“ innerhalb der Mitarbeiter erkannt, das Arbeitsklima verbessert sich ebenfalls, nun kein Mitarbeiter mehr verdächtigt wird.

Die Kunden sollten durch Aushang beim Betreten des Ladenlokals darauf hingewiesen werden, dass eine Fernsehüberwachungsanlage installiert ist. Aber auch Mitarbeiter und Lieferanten sollten auf die Kamerainstallation aufmerksam gemacht werden. Für die „Gelegenheitstäter“ dürfte die Fernseh- und Videoüberwachung als psychologische Abschreckung dienen, für den professionellen Dieb auch, da diese durch die Hilfe der Aufzeichnung „dingfest“ gemacht werden können.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

 

Beim Einsatz von Fernsehüberwachungsanlagen sind sowohl die innerbetrieblichen, als auch die Belange der Kunden zu berücksichtigen. Zur direkten Überwachung des eigenen Personals muss ein im Unternehmen vorhandener Betriebsrat seine Zustimmung geben.

Bei der Überwachung der Umkleidebereiche ist darauf zu achten, dass die Privatsphäre der Kunden nicht verletzt wird. Weiter darf sich der Überwachungsbereich der Kameras nicht über die eigenen Grundstücksgrenzen hinaus erstrecken.

 

Weitere Sicherungsmöglichkeiten

 

Die elektronische Leinensicherung bietet sich vor allem für große und kleine hochpreisige Artikel an. Dabei kann der Kunde die Ware in die Hand nehmen- aber bei der Entfernung der Leine erfolgt ein Alarm. Besonders für Artikel, die sonst in verschlossenen Glasvitrinen angeboten werden. Aber auch Artikel wie Kameras, Handys oder Rasierapparate werden inzwischen immer mehr zu Demonstrationszwecken mit der Leinensicherung versehen.

Für Massenabsicherungen ist diese Technik weniger geeignet, aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen. Vorteil. Der Kunde kann die Ware in die Hand nehmen.

Die Safer Box eignet sich besonders u.a. für DVD, Batterien, Speichermedien oder auch andere hochwertige Artikel an.

Die Sensormatte dient als Unterlage für die Warenpräsentation und reagiert auf das Wegnehmen der Ware. Die Empfindlichkeit beginnt bei ca. 3 Gramm und kann an die Artikel angepasst werden. Die Matten sind in unterschiedlichen Größen erhältlich.

Die Quellensicherung ist die effektivste Möglichkeit, ein Produkt zu sichern. Bei der Herstellung kann das EAS Etikett direkt in das Produkt eingebracht werden. Es können so Kleidungsstücke mit Einnäheetiketten versehen werden oder z.B. Akkuschrauber direkt im Produkt gegen Diebstahl gesichert werden. Die Ware kann bei Anlieferung im Geschäft sofort in den Verkauf gehen, ohne dass noch ein Warensicherungsetikett angebracht werden müsste.

Tests haben bewiesen, dass Inventurverlustrückgänge bis zu 30% möglich sind. Durch die Sicherung im Produkt können Waren auch offen präsentiert werden. Sie werden dann nicht mehr in Glasvitrinen gezeigt, sondern der Kunde kann die Ware direkt anfassen und kaufen. Es ist bewiesen, dass die offene Warenpräsentation den Abverkauf mehr als 100% steigern kann. Das Problem: Wer übernimmt die Kosten: Handel oder Industrie?

Auch die Einrichtung von Schließfächern, in denen der Kunde seine mitgebrachte Tasche oder Tüte vor seinem Einkauf abgeben kann, ist ein zusätzliches Hilfsmittel, um Gelegenheitsdiebstählen mehr vorzubeugen. Es kann jedoch rechtlich nicht von einem Kunden verlangt werden, dass er seine Taschen abgibt. Dies kann nur freiwillig geschehen.

 

Kundenansprache bei Signalauslösung

 

Es kommt in einem Geschäft, welches mit einem EAS- System arbeitet, immer wieder einmal vor, dass Alarme im Aus- und Eingangsbereich ausgelöst werden. Es ist festgestellt werden, dass mehr als 95 % aller Signale durch vergessene oder nicht korrekt entwertete Etiketten ausgelöst werden.

Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter an den Kasse sensibel für Alarme sind und beleiben und auch wissen, wie der „alarmauslösende“ Kunde, der kein Dieb ist, anzusprechen ist.

Der Kunde, der einen Alarm ausgelöst hat, weil er etwas gestohlen hat, wird im Regelfall versuchen, wegzulaufen. Grundsätzlich gilt: Freundlich bleiben.

 

Hans-Günther Lemke

Porta Westfalica

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Hans-Günther Lemke
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