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Pressebericht
aus: pet, 01.09.2009 Aus der Trickkiste der Langfinger |
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Diebe und Betrüger machen auch vor dem Zoofachhandel nicht halt und sorgen für erhebliche Inventurdifferenzen. Der Handelsberater und Buchautor Hans-Günther Lemke nennt die beliebtesten Tricks der Langfinger.
Allein im letzten Jahr 2008 wurden in Deutschland Waren im Wert von ca. 4 Milliarden Euro gestohlen. Dabei werden die Ladendiebe und Betrüger immer kreativer und professioneller bei der Handhabung der Tricks. Deshalb gehört auch zur Vorbeugung, dass Mitarbeiter die zumindest am häufigsten angewendeten Tricks kennen und sich dementsprechend verhalten.
1. Die einfache und gebräuchlichste Methode Die Ware verschwindet direkt in der Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder weiten offenen Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90% der Fälle zum Tragen. Es betrifft die so genannten „Gelegenheitsdiebe“, die heutzutage wieder wesentlich mehr geworden sind Es ist besonders darauf zu achten, wenn ein Kunde im wärmeren Frühjahr oder sogar im Sommer mit einer dicken Jacke oder einen Mantel bekleidet, das Geschäft betritt.
2. Der „Ablenkungstrick“ Es handelt sich dabei um eine Methode, die gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt, begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im hinteren Geschäftsbereich bzw. auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen, um den Artikel zu holen.
3. Der „Verwirrtrick“ Der Ladendieb verwickelt mehrere Mitarbeiter in ein Verkaufsgespräch und lenkt somit die Aufmerksamkeit auf sich. Derweil kann ein Komplize im Geschäft sich als Ladendieb betätigen. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Verkaufsmitarbeiter sofort Unterstützung durch einen zusätzlichen Mitarbeiter holt, wenn er „Verdächtiges“ bemerkt oder ein „ungutes“ Gefühl hat.
4. „Der Teuer in Billig Trick“ Diese Methode sei an einem einfachen Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde einen günstigen Artikel für z.B. 4 Euro. Im „Umkarton“ befindet sich jedoch ein wesentlich teueres Gerät für z.B. 16 Euro. Dieser Trick wird auch bei vielen anderen Waren, die im Karton verkauft werden angewandt.
5. Der „Kinderwagentrick“ Ein Kinderwagen ermöglicht es, eine große Anzahl gestohlener Ware zu entwenden. Die Ausrede des Ladendiebs bei Überführung „das muss der Kleine wohl eingesteckt haben“ erschwert die Beweislage, da Minderjährige nicht strafbar sind. Hier gilt es, die ertappte Mutter oder den ertappten Vater deutlich auf Folgen eines Diebstahls oder dessen Versuch aufmerksam zu machen. Die Personalien sollten auf jeden Fall vermerkt werden.
6. „Gebrauchte Kassenbons“ Häufig ist festzustellen, dass Kunden ihre Bons an der Kasse liegen lassen. Mit einem solchen Bon kann ein Ladendieb „einkaufen“ gehen. Er sucht nach den eingetippten Preisen die Waren aus und packt sie in seine Tasche. Zur Tarnung wird noch ein zusätzliches kleines Teil gekauft, das er „vorher vergessen hatte“. An der Kasse wird nur noch das neue Teil bezahlt und der Kassenbon als Legitimation für die anderen Waren vorgelegt.
7. „Ineinanderpacken“-Trick Taschen, Hohlkörper o.ä. werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Dieser Trick wird auch häufig für Kleinartikel ( Tierarzneien, Spielzeug usw.) angewandt. Hier ist die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter besonders gefordert und es sollten Kartonagen und Hohlkörper immer kontrolliert werden.
8. „Aufeinanderpacken“ mit dem Einkaufswagen Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht diese Methode: Neben den Waren, die im Einkaufswagen sind, befindet sich auf der unteren Abstellfläche z.B. hochwertiges Tierfutter.
9. „Der Zusatzkauf“ Der Dieb stattet die von ihm ausgewählten Artikel, z.B. Elektrogeräte, Lampen usw. mit Zusatzartikeln aus, z.B. Glühbirnen oder Batterien, die im Preis nicht mit enthalten sind. Hierbei sind alle Kassenmitarbeiter immer wieder zu informieren, welche Zusatzartikel wie u.a. Batterien oder Glühbirnen in den angebotenen Verkaufsartikeln mit enthalten sind.
10. Der „Helm-Trick“ Der „Kunde“ kommt mit einem Motorradhelm oder auch einem Fahrradhelm in das Geschäft und steckt, wenn wer nicht beobachtet wird, Kleinartikel in den Helm. Herbei ist Aufmerksamkeit geboten, wenn dieser „Kunde“ nicht auf den ersten Blick als Motorradfahrer oder als Fahrradfahrer zu erkennen ist ( fehlende Motorradjacke usw.).
11. Der „Begleiter- Trick“ Häufig wird auf den Begleiter eines Kunden, der an der Kasse steht, nicht geachtet, da dieser „anscheinend“ keine Ware hat, sondern den „Hauptkunden“ nur begleitet. Hier ist immer besondere Aufmerksamkeit gefordert und der Begleiter sollte zumindest angesprochen werden. Mögliche Abhilfe: Kassendurchgänge verengen.
12. Der „Regenschirm-Trick“ Der Regenschirm bietet den Vorteil für den Dieb, dass er nicht geöffnet werden muss. Vorbeugung: Schirmständer für die Kunden am Eingang. Ansonsten hilft nur, den Kunden mit dem Schirm sehr genau zu beobachten.
Hans-Günther Lemke Porta Westfalica |
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| Hans-Günther
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