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Obernkirchen (sig). Natürlich ist auch dem Verein für
Wirtschaftsförderung der Bergstadt die bedrohliche wirtschaftliche
Entwicklung nicht verborgen geblieben. Eines der untrüglichen Zeichen
ist der zunehmende Leerstand von Geschäften, und auch die
Investitionsbereitschaft hat auf breiter Ebene nachgelassen. Die Stadt
bekommt das durch erheblich sinkende Gewerbesteuereinnahmen zu spüren.
Es gibt einiges zu beachten, damit man vom Kunden beachtet wird.
Der Vorstand des Wirtschaftsfördervereins möchte gegensteuern und
behandelt deshalb im Rahmen einer Vortragsreihe aktuelle Themen. Den
Anfang hat in der Lounge der Betriebskrankenkasse BKK 24 der
Unternehmensberater und Buchautor Hans-Günther Lemke aus Porta
Westfalica gemacht.
Sein Thema lautete: „Mehr Umsatz und Erfolg mit optimaler
Kundenorientierung.“ Der Referent machte deutlich, dass man zuweilen
ganz einfache Wahrheiten erkennen und daraus Schlüsse ziehen muss. Eine
davon ist zum Beispiel die Erfahrung, dass sich Produkte und
Dienstleistungen immer mehr annähern. Diese Entwicklung macht es
zwingend notwendig, sich auf eine andere Art und Weise abzuheben, zum
Beispiel durch mehr fachliche Kompetenz und stetige Weiterbildung der
Mitarbeiter, durch einen vorbildlichen Service und durch das Eingehen
auf die Kundenwünsche.
Als eine zwingende Notwendigkeit sieht Hans-Günther Lemke eine schnelle
Reaktion auf zu erkennende Trends an. Es sei nicht zu übersehen, dass
die Bio-Sortimente immer wichtiger werden. Dazu trägt die wachsende
Altersgruppe der über 50-Jährigen bei. Sie macht heute schon 40 Prozent
der Bevölkerung aus. Das Konsumverhalten wird zunehmend von Haushalten
geprägt, die aus ein bis zwei Personen bestehen.
Es sei festzustellen, so Lemke, dass die Kunden zunehmend Wert auf
Markenware legen. Neue Produkte seien nicht mehr so langlebig wie
früher. Immer deutlicher werde der Trend, den Einkauf zum Erlebnis zu
gestalten. Dafür müssten sich die Anbieter einiges mehr einfallen lassen
als in der Vergangenheit.
Dazu gab der Experte einige Hinweise: Schon der erste äußere Eindruck
eines Geschäftes sei außerordentlich wichtig. Dazu gehören ein
gepflegter Parkplatz mit Fahrradständer, Mülleimer und Aschebehälter für
Raucher. Den nächsten wichtigen Kontakt stellt das Schaufenster her, das
aus entspiegeltem Glas bestehen und zusätzliches Licht haben sollte.
Ware und Dekoration müssten jeweils den halben Anteil der
Ausstellungsfläche belegen.
Und weiter: Der Eingangsbereich soll anlocken und frei zugänglich sein.
Zu einer Wohlfühlatmosphäre gehörten außerdem angenehme
Hintergrundmusik, ein nicht aufdringlicher Duft, einladende
Farbgestaltung, breite Gänge, nicht zu hohe Regale und eine deutliche
Preisauszeichnung. Interessant die Feststellung, dass bei den Deutschen
der Duft von frischem Kaffee und Brötchen sowie der von Zitronen „in“
sei.
Auch dieser Tipp dürfte Nachahmer finden: Möglichst in jeder Woche
sollte in einem Teilbereich eine neue Erlebniswelt geschaffen werden.
Anlass dazu bieten zum Beispiel herausragende sportliche oder kulturelle
Ereignisse, auch in der Region, sowie Feste, Jahreszeiten und Jubiläen.
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