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Zwei Drittel aller Kaufentscheidungen werden
nach wie vor immer noch im Geschäft selbst gemacht. D.h. der Verbraucher
kauft das meiste aus „dem Bauch heraus“. Wir sprechen hier von einem
Kaufimpuls, der im Geschäft erst entsteht. Dabei kommt es eben darauf
an, wie die Waren im Geschäft präsentiert werden, damit der Verbraucher
„Lust“ bekommt, den Artikel zu kaufen, auch wenn dieser nicht auf dem
Einkaufszettel steht.
Aus diesem Grund ist es für jeden Händler
wichtig, dass Aktions- und Zweitplatzierungen effektvoll angeboten
werden. Es gibt verschiedene Arten von Zweitplatzierungen:
a) Die Dauerzweitplatzierung,
d.h. das Produkt hat neben der Stammplatzierung einen weiteren festen
Platz in einem anderen Warenträger, z.B. Stammplatzierung Abteilung
Glas- Gläser- die Zweitplatzierung in der Weinabteilung.
b) Die Aktionszweitplatzierung,
d.h. neben der Stammplatzierung wird das Produkt an anderer Stelle des
Geschäftes meist in einer Bodenplatzierung zum gleichen Preis platziert.
Z.B. bei Saisonplatzierungen, wenn Produkte zum selben Preis angeboten
werden, die zwar ständig im Regal im Stammregal sind, aber besonders zu
Saisonzeiten verkauft werden, z.B. Sauce Hollandaise in der Spargelzeit
April oder Mai.
c) Die Sonderangebotsplatzierung,
d.h. ein Artikel wird in einer Bodenplatzierung oder auch in einer
größeren Regalplatzierung oder in Tischen und Körben mit reduziertem
Preis angeboten. Das Produkt muss auch nicht ständig im Sortiment sein.
Die Platzierung ist meist von kurzer Dauer, manchmal nur wenige Tage.
Zum Beispiel bei aktueller Werbung in einem Handzettel.
d) Die Erlebnisplatzierung,
d.h. eine Idee wird als besondere Platzierung herausgestellt, z.B.
"Alles für den Schulanfang". Hier können auch Food- und Non- Food-
Artikel gemeinsam platziert werden. Das Einkaufen wird heute immer mehr
zur Freizeitgestaltung.
Zwecke und Ziele von Zweit- und
Aktionsplatzierungen
Der Zweck einer Aktionsplatzierung sollte
neben höheren Umsätzen auch sein, den Kunden dazu veranlassen, mehr im
Geschäft zu kaufen.
Auch wenn der Ertrag einer Zweitplatzierung
häufig eher gering ist, kann die Platzierung Anlass sein, den Kunden
dazu zu bewegen, dass dieser häufiger in das Geschäft kommt.
Andere Ziele können sein:
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Auslösung von Impulskäufen
- Waren werden an einem gesonderten Platz im Geschäft angeboten
- Deshalb Artikel in frequentierten Ladenzonen anbieten
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Besseres Ladenimage schaffen
Heutzutage fast schon Pflichtprogramm. Es wird immer schwieriger,
sich mit Verkaufspreisen von Wettbewerbern abzusetzen, vor allem
wenn der Mitbewerber ein großer Handelskonzern oder sogar ein
Discountgeschäft ist. Nur über ein Image als Anbieter besonderer
Qualität oder eines guten Kundenservice ist es noch möglich, sich
von Konkurrenten abzusetzen und dadurch ein eigenes Profil zu
schaffen.
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Verbesserung der Geschäftsatmosphäre
Durch optimale und stetig wechselnde Zweitplatzierungen im Geschäft,
kann das Geschäft für den Kunden interessanter gestaltet werden.
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Lenkung des Kundenlaufs
Durch eine geschickte Platzierung in verkaufsschwächeren
Geschäftsbereichen in Verbindung mit Platzierungsmaßnahmen kann der
Kundenlauf in diese Ladenbereiche gelenkt werden
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Warenbestandsabbau
- Regale und auch unnötige Lagerbestände können durch gute
Zweitplatzierungen gesenkt werden, was wiederum auch das
Geschäftsergebnis positiv beeinflussen kann
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Umsatzausgleich von verkaufsschwachen
Tagen
- Der Kundenbesuch bzw. der Verkaufsumsatz ist bekanntermaßen nicht
an jedem Tag gleich, sondern besonders an Tagen wie Donnerstag,
Freitag und Sonnabend wesentlich stärker. Durch gezielte Zweit- und
Aktionsplatzierungen an den verkaufsschwächeren Tagen kann der
Umsatz positiv verbessert werden
-
Nutzung von verkaufsstarken Tagen
Wie bei der Ausnutzung der verkaufsschwachen Tage im Geschäft,
können auch verkaufsstarke Tage für Zusatzumsätze durch
Zweitplatzierungen genutzt werden.
Dazu sollten die Zweitplatzierungen
besonders auf Wochenendtage forciert platziert werden.
Erwartungen der Kunden an Zwei- und
Aktionsplatzierungen
Es gibt immer wieder viele Untersuchungen
dazu, wie der Verbraucher generell zu Aktions- und Zweitplatzierungen in
einem Geschäft eingestellt ist. Die wichtigsten Ergebnisse hier
zusammengefasst, die auch in allen Planungen von Sonder- und
Aktionsplatzierungen berücksichtigt werden sollten.
Jeder Platz im Geschäft außerhalb eines
Regals ist verkaufsstärker als der Platz im Regal. Sonderangebote werden
eher am Montag, Dienstag und am Freitag gekauft. Hierbei spielt eine
entscheidende Rolle, wann z.B. ein Werbeblatt eines Unternehmens
erscheint. Beispiel: Wird das Flugblatt am Sonntag durch Tageszeitungen
oder Mitarbeiter verteilt, kann der "Andrang" am Montag sehr stark sein.
Je länger der Kunde im Geschäft verweilt, desto mehr Zweit- und
Aktionsware kauft er. Fehlende Preisauszeichnungen bei
Zweitplatzierungen wirken verkaufshemmend.
Hinweis: Das Preisbewusstsein ist in den
letzten zwei Jahren erheblich gewachsen, auch durch die Euroeinführung,
höhere Nebenkosten wie Strom, Benzin und Gas und schlechtere
wirtschaftliche Bedingungen für den Konsumenten (Arbeitslosigkeit,
Firmenkonkurse usw.). Dadurch werden Preise verschiedener Geschäfte mehr
verglichen als noch vor einigen Jahren. Dazu kommt die höhere Mobilität
der Verbraucher, d.h. jeder hat mindest ein Auto und kann schnell das
Geschäft erreichen, welches einen günstigeren Sonderpreis in der Werbung
z.B. anbietet.
Allgemeine Regeln für Aktions- und
Zweitplatzierungen
Nachfolgende Punkte sollten bei allen Zweit-
und Aktionsplatzierungen eingehalten werden:
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Zweitplatzierungen grundsätzlich in
verkaufsaktiven Ladenzonen platzieren
-
Eine umsatzstarke Zweitplatzierung
sollte immer allein stehen
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Die Zweitplatzierung muss regelmäßig
kontrolliert werden
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Sonderangebotsplatzierungen sollten
außerhalb des Warenträgers stehen, um neue Kaufimpulse zu wecken
-
Angebotsartikel in großer Masse oder in
ausreichender Menge platzieren
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Stammplatzierungen dürfen nicht verdeckt
werden
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Der Zugang zu anderen Platzierungen darf
nicht behindert werden
-
Der Kundenlauf darf nicht negativ
beeinflusst werden
-
Wenn möglich die Ware schütten, nicht
stapeln (bei unzerbrechlicher Ware)
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Große und für den Kunden gut sichtbare
Preisschilder einsetzen
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Verkaufsmitarbeiter über
Zweitplatzierungen informieren
-
Je länger der Kunde im Geschäft ist,
desto mehr Käufe von Sonderangeboten macht er
Checkliste für Zweit-
und Aktionsplatzierungen
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Zu Beachten/ Kriterien |
In Ordnung |
Zu verbessern |
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1. Attraktive Mengenplatzierung,
die auch neue Kaufimpulse auslöst. |
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2. Standort ist im
Hauptkundenlauf oder in einer frequentierten Zone. |
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3. Ware ist nicht durch andere
Platzierungen verdeckt. |
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4. Platzierung ist mit großem
und sichtbarem Preisschild versehen. |
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5. Der Verbraucher sieht viel
Ware und nicht nur Verpackung. |
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6. Die oberste Lage ist
geschüttet, wenn dies möglich ist (bei unzerbrechlicher Ware). |
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7. Die Platzierung ist außer
Sichtweite der ständigen
Stammplatzierung. |
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8. Der Zweitplatzierungsanteil
ist im Verhältnis zu anderen Wettbewerbern desselben Produkts
angemessen. |
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9. Die Ware steht auf einem
guten Platz, der frequentiert ist . |
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10. Regelmäßige Beobachtung der
Zweitplatzierungsplätze und deren Beurteilung durch Mitarbeiter. |
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11. Alle möglichen
Platzierungsflächen werden ausgenutzt. |
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12. Regelmäßige Optimierung (1x
in der Woche) der bestehenden Zweitplatzierungen. |
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Hans-Günther Lemke
Porta Westfalica |