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Wenn Mitarbeitenden Vorgesetztenaufgaben
übertragen bekommen, stellt das in der Regel eine neue berufliche wie
auch persönliche Zäsur dar. Mit dieser neuen und ungewohnten Rolle sehen
sich neue und meist auch junge Vorgesetzte in einer veränderten
Situation gegenüber, in der ihre Aufgaben wechseln und sie gleichzeitig
in einer neue Beziehung zum Umfeld, Zu Kollegen und Vorgesetzten treten.
Das Wichtigste ist, sich von der früheren Rolle als Mitarbeiter zu lösen
und eigene Persönlichkeit entwickelt, um eine natürliche Akzeptanz bei
den „ehemaligen“ Mitkollegen zu erreichen. Um dies zu erreichen, kommt
es vor allem auf die „richtige“ Kommunikation, d.h. auf den korrekten
Umgang mit den Mitarbeitern an.
Was bedeutet Führung
Ein guter „Chef“ informiert seine Mitarbeiter über wichtige
Sachverhalte, er zeigt Ihnen, wie sie sich verbessern können und bietet
ihnen Entwicklungschancen. Die Zeiten, in denen sich Vorgesetzte dadurch
auszeichnen, indem sie nur Anweisungen geben, delegieren und
kontrollieren, sind vorbei.
Eine echte Führungskraft muss mehr draufhaben- sie muss als Coach
fungieren, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und Lerneffekte zu
erzielen. Um als „neue“ Führungskraft wirklich erfolgreich zu sein,
sollten gewisse Punkte und Regeln im Umgang mit den Mitarbeitern
unbedingt eingehalten werden, um deren gesamten Ressourcen nutzen zu
können.
Die Ansprache- Sie oder Du
Es macht wenig Sinn und wirkt auch nicht glaubhaft, wenn Sie als „neue“
Führungskraft von ihren ehemaligen Kollegen auf einmal verlangen, dass
sie jetzt in ihrer neuen Rolle „gesiezt“ werden wollen. Haben Sie sich
vorher „geduzt“, so sollten Sie auch als Vorgesetzter dabei bleiben.
Dies sollte jedoch nur untereinander geschehen und nicht im Beisein von
Kunden oder anderen fremden Personen. Hier sollte das „Sie“ an der
Tagesordnung sein. Auch ein gute Möglichkeit ist es, dass sich alle
untereinander siezen und mit Vornamen anreden. Auch dies schafft eine
Teamharmonie und trotzdem wirken Gespräche nicht zu persönlich.
Mitarbeiter umfassend informieren
Die häufigsten Gründe für mangelnde Motivation der Mitarbeiter sind
fehlende Informationen. Ein großes Manko ist, wenn die Mitarbeiter im
Markt nicht umfassend informiert werden. Geben sie ihren Mitarbeitern
deshalb alle nötigen Informationen, die sie zur Ausübung ihrer Tätigkeit
benötigen. Viele Befragungen haben heute ergeben, dass Mitarbeiter am
meisten demotiviert sind, wenn sie von den Führungskräften nicht die
Informationen erhalten, die sie zur Ausübung ihrer Tätigkeit benötigen.
Dazu gehören alle Daten und Fakten des eigenen Unternehmens, sowie die
Angabe, welche Kollegen oder Partner wichtige Ansprechpartner sein
könnten. Ein guter Informationsfluss ist am besten zu gewährleisten,
indem die Führungskraft regelmäßig Mitarbeiterbesprechungen durchführt,
in Einzel- und auch in Gruppengesprächen.
Ideen der Mitarbeiter ausreichend fördern
Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, welche Vorschläge und Ideen sie haben, um
Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Oft sehen die Mitarbeiter Abläufe
und Probleme "realistischer", weil Sie täglich damit zu tun haben.
Stellen Sie offene Fragen an die Mitarbeiter, um diese zum Sprechen zu
ermutigen. Hören Sie auch aktiv zu. Dadurch erreichen sie, dass der
Mitarbeiter Lösungen selbst suchen kann und Ihnen eine ausführliche
Information und Antwort gibt.
Aktives Zuhören heißt auch, den Mitarbeiter ausreden zu lassen und seine
Meinung zu akzeptieren, auch wenn Sie nicht damit einverstanden sind. W-
Fragen sind die Fragen, die mit einem "W" beginnen, z.B. Wie, was,
warum, weshalb, wie. Dadurch erreichen Sie, dass der Mitarbeiter
Lösungen selbst suchen kann und Ihnen eine ausführliche Information und
Antwort gibt. Aktives Zuhören heißt auch, dem Mitarbeiter ausreden zu
lassen und seine Meinung zu akzeptieren, auch wenn Sie nicht damit
einverstanden sind.
Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Mitarbeiter fördern
Verhaltensveränderungen sind nur in kleinen Schritten möglich. Das
bedeutet, dass gerade Sie als „neue“ Führungskraft dafür sorgen müssen,
dass der Mitarbeiter seine Schwächen selbst erkennt. Besprechen Sie dann
mit ihm seine Probleme gemeinsam. Sie helfen ihm dabei, dass er sich
seiner Probleme bewusst wird und diese auch lösen kann. Setzen Sie dem
Mitarbeiter dann Ziele, die für ihn realistisch und auch erreichbar
sind.
Vergessen Sie nicht, regelmäßig zu loben
Einer der "fatalsten" Fehler besteht darin, seine Mitarbeiter zu wenig
zu loben. Natürlich muss auch immer wieder angesprochen werden, wenn ein
Mitarbeiter einen Fehler gemacht hat. Hierbei kommt es jedoch auf das
"Wie" an. Bei einem Kritikgespräch sollte auf folgende Punkte geachtet
werden:
-
den Fehler oder Ihren Kritikpunkt genau
im Detail ansprechen
-
den Mitarbeiter fragen, wie es dazu
gekommen ist
-
nachfragen, wie der Fehler beim nächsten
Mal zu vermeiden ist
-
nicht vergessen, zum Abschluss eines
Kritikgespräches darauf zu verweisen, dass Sie ansonsten sehr
zufrieden mit der Arbeit sind und Sie sich auf die weitere
Zusammenarbeit freuen.
Hans-Günther Lemke
Porta Westfalica |