Pressespiegel



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Pressebericht aus:
Zoofachtrend, 20.09.2007


Erfolgreiche Diebstahlverhütung ... und mehr Sicherheit im Zoofachhandel (Teil 1)


 

Allein im letzten Jahr wurden in Deutschland Waren im Wert von über 4 Milliarden Euro gestohlen. Dabei werden die Ladendiebe und Betrüger immer kreativer, professioneller und leider auch gewalttätiger.

 

Der Handelsberater Hans-Günther Lemke, der u.a. auch für die Sagaflor AG für den Zoofachhandelsbereich als Berater und Trainer tätig ist, zeigt in den nächsten drei Ausgaben die Grundlinien einer erfolgreichen Diebstahlverhütung auf, erläutert wie sich beim Stellen eines Ladendiebes zu verhalten ist und wie Sicherheitsmaßnahmen aussehen können.

 

Ein Beispiel aus einer Tageszeitung aus Minden vom 09.03.2005: In einem Zoofachgeschäft wurde ein Kunde von einer Verkäuferin kurz vor Ladenschluss zuerst beraten und an der Kasse zog er plötzlich eine Pistole und forderte das Geld aus dem Tresor. Interessant dabei. Er wartete dabei ab, dass alle anderen Kunden zuerst das Geschäft verlassen hatten.

 

Diebstahl gefährdet Arbeitsplätze

 

Solche Extremfälle belegen, dass es unerlässlich geworden ist für jeden, der im Verkauf tätig ist, bzw. diesen Bereich verantwortet, sich mit diesem Thema noch mehr als in der Vergangenheit auseinanderzusetzen und auch zu wissen, welches Verhalten korrekt und sinnvoll ist, wenn man damit konfrontiert wird.

 

Das beste Rezept, um Ladendiebstahl und anderen Betrügereien entgegenzuwirken, ist immer noch der aufmerksame Mitarbeiter. Vielfach wird im Handel jedoch erst dann reagiert, wenn die Inventurergebnisse feststehen. In vielen Fällen ist dies eindeutig zu spät, nämlich dann, wenn die Inventurdifferenz im Verhältnis zum Umsatz zu hoch ist und dadurch Arbeitsplätze und notwendige Betriebsergebnisse gefährdet sind.

 

Quer durch Altersgruppen und Schichten

 

Auch kommen Ladendiebe heutzutage aus allen sozialen Schichten, wie die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus dem Jahr 2003/ 2004 aufzeigen.

70 % Erwachsene 21 Jahre und älter

13 % Jugendliche 14-18 Jahre

06 % Kinder unter 14 Jahre

11 % Heranwachsende 18-21 Jahre

Interessant ist für Geschäftsinhaber auch die Feststellung, dass Ladendiebe in den meisten Fällen "ruhigere" Mittagszeiten und auch häufig die Abendstunden für ihre unlauteren Absichten bevorzugen. Dies hat auch damit zu tun, dass Verkaufspersonal in der letzten Stunde ihrer Arbeitszeit verständlicherweise nicht mehr so aufmerksam und konzentriert sind, wie die Zeiten davor.

 

Da viele Geschäfte in der Regel nicht die Möglichkeit haben, elektronische Absicherungsanlagen einzusetzen, gilt es besonders, die Verkaufsmitarbeiter noch sensibler für dieses Thema zu machen, so dass diese schon beim Eintreten der Kunden achtsam sind bzw. sein sollten.

 

Wie erkenne ich einen möglichen Dieb?

 

Es ist heutzutage wirklich nicht einfach, einen Ladendieb auf Anhieb zu erkennen, denn es kommt jede Altersgruppe und auch jede Person, egal welcher sozialer Herkunft, in Betracht, einen Diebstahl zu begehen. Die meisten Ladendiebstähle werden auch heute noch von Gelegenheitsdieben durchgeführt ("Gelegenheit macht Diebe"). Diese Diebe stehlen nicht jeden Tag und sind meist dementsprechend nervös. Daher besteht eine gute und realistische Chance, die möglichen Diebe anhand ihrer Verhaltensweisen zu erkennen.

 

Bei Personen mit folgenden Verhaltensweisen haben sie es mit großer Wahrscheinlichkeit mit potenziellen Ladendieben zu tun:

  • Kunden, die sich vorsichtig nach allen Seiten umschauen und unauffällig wegschauen

  • Kunden vermeiden möglichst den direkten Augenkontakt und gehen Verkaufsmitarbeitern gezielt beim Näherkommen aus dem Weg

  • Kunden stellen sich so hin, dass sie nicht gesehen oder bemerkt werden kann, was sie tun

  • Unruhiges und misstrauisches Beobachten von Käufern und Verkäufern (der ehrliche Kunde interessiert sich für die Ware und nicht für sein Umfeld) Häufig erkennbar bei Frauen: Rötungen im Hals und Dekolletebereich, bei Männern: Rötungen auf der Stirn und auf den Schläfen.

  • Kunden kommen oft an dieselbe Verkaufsstelle oder zur selben Warengruppe zurück, kaufen jedoch nichts, sondern halten sich auffällig lange im bestimmten Bereich auf

  • Kunden öffnen und schließen häufiger als normal üblich ihre Mantel- oder Jackentaschen. Hier könnte es möglich sein, dass Ware versteckt wird.

  • Langes, eingehendes Betrachten der Ware und

  • Interesse für die unterschiedlichsten Artikel, die in die Hand genommen werden, häufig aber auch wieder zurückgelegt werden. Sinn und Zweck ist das Warten auf eine günstige Gelegenheit, die Ware zu "verstecken".

  • Kunden platzieren offen und häufiger ihre Taschen auf der Ware im Verkaufsraum und suchen demonstrativ Autoschlüssel oder Sonstiges.

Vorsicht bei Ablenkungsmanövern!

 

Wirken bei einem Diebstahl mehrere Personen zusammen, kann häufig folgendes Verhalten beobachtet werden:

  • Der Versuch, sich gegenseitig abzuschirmen, so dass von einem Verkaufsmitarbeiter nicht erkannt werden kann, was "vor sich geht".

  • Mindestens eine der Personen hat die Aufgabe, das Verkaufspersonal abzulenken.

  • Benutzung von Hilfsmitteln (z.B. präparierte Taschen, Mäntel mit tiefen Taschen, Kinderwagen).

  • Mehrere Kunden geben sich z.B. Zeichen auf bestimmte Waren oder auf bestimmte Ladenecken oder Türen (möglicher Fluchtweg).

  • Eine Gruppe von mehreren Kunden versuchen, das Verkaufspersonal in eine andere Ladenecke oder in das Lager wegen besonderen Wünsche zu führen.

Verhaltenstipps für den Ernstfall

 

Schließlich stellt sich die Frage: Wie soll man sich beim Stellen eines Ladendiebs am besten- und korrekt- verhalten?

  • Ruhe bewahren, d.h. nicht hektisch sein, da sich dies sonst auf den "Ertappten" überträgt

  • Einschreiten zum richtigen Zeitpunkt, d.h. Erst wenn der Ladendiebstahl zweifelsfrei feststeht, sollte eingegriffen werden, d.h. in der Regel hinter dem Kassenbereich

  • Das Gespräch mit dem Dieb immer im Beisein eines Zeugen führen

  • Keine körperlichen Durchsuchungen – dies ist nur der Polizei erlaubt

  • Beweise sichern, d.h. darauf achten, dass der Ladendieb die gestohlene Ware nicht auf dem Weg in das Büro ablegt

  • Polizei hinzuziehen, wenn sich der Dieb nicht ausweisen kann oder ein Wiederholungstäter ist

  • Sollte ein ehrlicher Kunde zu Unrecht beschuldigt worden sein, ist das Mindeste, sich sofort und ausdrücklich zu entschuldigen.

Wachsamkeit ist äußerst wichtig, allerdings darf ein Grundsatz dabei keinesfalls auf der Strecke bleiben, denn: Jeder Dieb ist ein Kunde - aber nicht jeder Kunde ist ein (potenzieller) Dieb!

 

Hans-Günther Lemke

Porta Westfalica

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Hans-Günther Lemke
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