Pressespiegel


Zurück zur Übersicht
Pressespiegel
Pressebericht aus:
BÄKO-magazin 02/2007

Vorbeugen ist billiger

 

Vorbeugen ist billiger

 

Ladendiebstahl ist im Handel weiterhin ein großes Problem. Veruntreuen Mitarbeiter Geld oder Ware, ist dies besonders unangenehm. Vorbeugende Maßnahmen sind billiger, ist als kriminelle Verfolgung und nehmen dem Problem einigen Wind aus den Segeln. Die Themen „Ladendiebstahl“ und „Inventurdifferenzen sind aktueller denn je.

 

Neben den in den letzten Jahren „neueren“ Verlustbereichen wie Falschgeld, EC-Kartenbetrug, organisierter Diebstahl, die es auch im Bäckereifachhandel zu "bekämpfen" gilt, gehört nach wie vor auch der korrekte Umgang und die Vorbeugung bei Mitarbeiterdelikten.

 

Über das Thema "Mitarbeiterdiebstahl" wird auch heute noch nur ungern gesprochen. Dabei belegen und beweisen viele Untersuchungen in Einzelhandelsunternehmen eindeutig und übereinstimmend folgende Ergebnisse:

  • 40 bis 50 Prozent der Inventurdifferenzen im Handel entstehen durch eigene Mitarbeiter und Aushilfspersonal.

  • Die Hälfte der internen Verluste entsteht im Kassenbereich.

  • Ein unkorrekter Mitarbeiter richtet im Durchschnitt zehn Mal soviel Schaden an wie ein Ladendieb.

Es ist auch nicht so leicht, einen Mitarbeiter des Diebstahls zu überführen, denn die Mitarbeiter kennen im Gegensatz zu Kunden i.d.R. alle spezifischen Sicherheitsmaßnahmen des Geschäftes, können die jeweiligen Situationen besser abschätzen, Risiken abwägen sowie evtl. Sicherheitslücken ausnutzen.

 

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit, flexible Pausen- und Mittagszeitenregelungen, die Abschaffung einheitlicher Personalwege usw. erleichtern es diesen Tätern, über längere Zeit hinaus unerkannt zu bleiben. Hinzu kommt oft die Scheu oder Hemmung von Kolleginnen und Kollegen, diese Täter zu „denunzieren“.

 

Meist geschieht dies nur mit speziellen Überwachungsmaßnahmen, wie z.B. eine Videoüberwachungsanlage, was jedoch auch zusätzliche Kosten verursacht und meist das „letzte Mittel“ für ein kleineres oder mittleres Fachgeschäft ist.

 

Auch kommt es immer noch vor, dass selbst inhabergeführte Bäckereien unehrliche Mitarbeiter nicht „anzeigen“, wenn dieser unehrlich war. Dabei geht es um die Existenz eines jeden in einem Betrieb oder Geschäft.

 

Abgesehen von dem Betriebsklima, was erheblich belastet werden kann. Deshalb ist es wichtiger, dass sich der Bäckereiinhaber Gedanken macht, wie ist es möglich Mitarbeiterdelikten überhaupt vorzubeugen.

 

Warum passieren Mitarbeiterdelikte?

 

Natürlich ist es selten so, dass ein Mitarbeiter mit dem Vorsatz unehrlich zu sein oder den "Chef" zu betrügen, seine Tätigkeit aufnimmt. Vielmehr werden auch vom Vorgesetzten Fehler im Umgang und Verhalten mit dem Mitarbeiter gemacht.

 

Die häufigsten Fehler der Vorgesetzten:

  • Der Mitarbeiter hat ein fehlendes Unrechtsbewusstsein und meint, in den Verkaufspreisen sei alles mit einkalkuliert. Dem Mitarbeiter fehlen Informationen, wie die Verkaufskalkulation aussieht.

  • Auch ein schlechtes Betriebsklima kann zur Unehrlichkeit von Mitarbeitern führen. Motto: "Dem Chef" wische ich eins aus."

  • Soziale Probleme wie z. B. Überschuldung, Alkoholmissbrauch oder auch kriminelle Veranlagungen bei Mitarbeitern führen häufig zu Delikten. Es sollte ein Grundsatz für jede Führungskraft sein, sich mit den Problemen seiner Mitarbeiter ausführlich zu beschäftigen und wenn möglich immer Hilfe anzubieten.

  • Auch ein Missmanagement des Betriebes kann zur Unehrlichkeit verleiten. Wenn trotz höherer Inventurverluste keine Maßnahmen eingeführt werden, vermehrt Mitarbeiterdelikte ausschließen (z.B. Personalkontrollen am Ausgang, Taschenkontrollen usw.) braucht sich nicht zu wundern, wenn Gelegenheit Diebe macht.

Die meisten Manipulationen und "Unehrlichkeiten" passieren an der Kasse bzw. beim Abkassieren des Kunden. Die Hauptbetrügereien sind hier:

  • Das falsche Eintippen von Beträgen, z.B. muss der Kunde 10 Euro bezahlen, es wird jedoch nur 5 Euro eingetippt, der Restbetrag „landet“ in der Kitteltasche des Mitarbeiters. Ein Problem, da die wenigsten Bäckereien ein Scanningsystem haben.

  • Das Gewähren von unberechtigten Rabatten an Dritte.

  • Komplizenschaft zwischen dem Mitarbeiter und einem Kunden, Verwandten oder Bekannten

  • Sofortstornos

Um solche Fälle zu vermeiden, ist es wichtiger Maßnahmen zur Vorbeugung zu treffen: Dies können u.a. sein:

  • Regelmäßige Kassenkontrollen, auch Kassenstürze genannt, ohne Vorankündigung

  • Personalfluktuation gering halten- schon in den Einstellungsgesprächen sorgfältig sein und prüfen, welche Einstellung hat der mögliche neue Mitarbeiter und wie ist sein Lebensstandard bisher und welche Ansprüche hat er.

  • Regelmäßige Schulungen im Geschäft über alle Themen der Diebstahlvorbeugung und des richtigen Kassiervorgangs

  • Motivation der Mitarbeiter- auch demotivierte Mitarbeiter neigen eher dazu, nicht immer ehrlich zu sein. Nicht mit Lob sparen, wenn ein Mitarbeiter etwas gut gemacht hat

  • Prämien oder Vergünstigungen für die Mitarbeiter. Lassen Sie sich etwas einfallen, wenn Sie die Inventurdifferenzen verringern wollen. Oft hilft eine kleine Prämie als Anreiz für den Mitarbeiter, mehr auf Ladendiebe zu achten.
    Information der betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge eines Geschäfts. Erläutern Sie ihren Mitarbeitern, was eine Inventurdifferenz für die Ertragslage oder den Gewinn bedeutet.

Deshalb: Vorbeugung ist besser und billiger!

Zum Seitenanfang
Hans-Günther Lemke
Training für Führung und Verkauf
Basenberg 22
D-32457 Porta Westfalica
Telefon: (+49) 05706-1518
Telefax: (+49) 05706-955548
E-Mail: info@lemke-training.de
Internet: http://www.lemke-training.de