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Beute verschwindet auch im Regenschirm
Portaner Autor möchte mit neuem Buch
Hilfestellung bei Diebstahlverhütung geben und mit Klischees aufräumen
Regenwetter ist für manche Diebe praktisch.
Denn dann können sie ihr Diebesgut unauffällig im zusammengeklappten
Regenschirm verstauen. Der „Regenschirm-Trick“ ist eine von insgesamt 28
Ladendiebstahl-Methoden, die Hans- Günther Lemke in seinem neuen Buch
beschreibt. Der Titel: Erfolgreiche Diebstahlverhütung und noch mehr
Sicherheit im Einzel- und Fachhandel. Der selbständige Trainer und
Handelsberater aus Veltheim legt damit sein inzwischen viertes Buch vor.
Er macht auf die Tricks der Diebe und Betrüger aufmerksam und gibt
Tipps, um Langfingerns das Handwerk zu legen.
So viel Abschreckung wie möglich
Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie
Lemke zugibt. „Im Fall des Regenschirm- Tricks kann man im Laden mit
Schirmständern vorbeugen. Ansonsten hilft nur, den Kunden mit dem Schirm
sehr genau zu beobachten.“ Übrigens ist Diebstahl nicht immer „nur“
Diebstahl. Wer Sicherungsetiketten entfernt oder Artikeln heimlich
niedrigere Preise verpasst, macht sich sogar des Betruges schuldig.
Auf den mehr als 100 Seiten widmet sich
Lemke diesmal besonders den technischen Möglichkeiten zur
Diebstahlvermeidung. Dazu zählen vor allem die Videoüberwachung oder
auch die EAS- Antennen. Besonders wirksam seien Monitore, auf denen sich
der Kunden gleich beim Betreten des Geschäftes sehen kann. „So viel
Abschreckung wie möglich“, lautet das Credo von Lemke, der selbst 20
Jahre im Einzelhandel gearbeitet hat.
Die Gratwanderung zwischen berechtigter
Vorsicht und übertriebener Vorsorge ist schmal. Denn: Jeder Dieb ist ein
Kunde, aber nicht jeder Kunde ist ein Dieb. Heikel sind Kameras in
Umkleidekabinen. Eigentlich unvorstellbar, mag der Kunde denken. Aber in
manchen Geschäften gibt es sie auch dort, hat Lemke festgestellt. „Diese
Kameras sind kaum zu sehen.“ Im Bemühen, das Phänomen Diebstahl
aufzuklären, möchte Lemke auch mit einigen Klischees aufräumen. „Im Kopf
haben wir, dass der typische Dieb jünger als 20 Jahre ist. Doch das ist
falsch. Über 55jährige stehlen häufiger“, sagt Lemke, der sich seit
Jahren mit den entsprechenden polizeilichen Kriminalstatistiken
auseinander setzt.
Auch ist ein hoher Anteil an Stammkundschaft
kein Garant für eine geringe Diebstahlquote. Lemke: „Ein Stammkunde
stiehlt im Durchschnitt vier- bis fünfmal so viel wie ein
Gelegenheitsdieb.“ Auch Diebstählen, die Mitarbeiter begehen, widmet
sich das Buch.
Insgesamt habe die Anzahl der
Ladendiebstähle in 2005 gegenüber den Vorjahren abgenommen, sagt Lemke,.
„Hauptgrund ist die zunehmende Absicherung der Händler durch
Technikeinsatz wie Kameras.“
Einen Computer bezahlt und zwei
mitgenommen
Gleichwohl können Zahlen täuschen. Denn
gestohlen werde zwar seltener, dafür aber zunehmend Hochwertiges,
insbesondere Artikel der Unterhaltungselektronik. Auch hier wird mit
allen Tricks gearbeitet. Zum Beispiel kauft Täter A in einem Geschäft
einen Computer und steckt Täter B den Einkaufsbon zu. Täter B erscheint
daraufhin mit einem zweiten Computer an der Kasse und sagt zur
Kassiererin, während er ihr den Bon entgegenhält: „Ich habe doch glatt
das USB- Kabel vergessen, den Computer hatte ich ja schon bezahlt.“ In
kleinen überschaubaren Geschäften wird dieser Trick nicht funktionieren,
in großen Läden bei starkem Kundenandrang beispielsweise in der
Vorweihnachtszeit schon eher.
Wer Interesse an dem Ratgeber zur
Diebstahlverhütung hat, kann das Buch beim Autor unter der Telefonnummer
057061518, E-Mail Lemke-Porta@t-online.de (Internet:
www.lemke-training.de) beziehen. |