Pressespiegel


Zurück zur Übersicht
Pressespiegel
Pressebericht aus:
GIT Sicherheit und Management
10/2005 + 012/2006

Der Schritt zur Sicherheit - Diebstahlverhütung und mehr Sicherheit im Einzel- und Fachhandel
(Teil III)
 

 

Es gibt heute in der Regel folgende Arten der elektronischen Artikelabsicherung:

  • Radiofrequenz RF

  • Elektromagnetisch EM

  • Akustomagnetisch AM

  • Überwachungskameras

In der Regel bestehen die elektronischen Sicherungssysteme aus Sicherungsetiketten, die an den Artikeln und den Ausgangsschleusen des Marktes befestigt werden.

 

Das Funktionsprinzip ist im Grundsatz bei allen gleich. Die Artikel werden durch Spezialetiketten gesichert. Diese Etiketten können durch berechtigtes Personal entfernt bzw. deaktiviert werden. Sobald ein Kunde versucht, mit unbezahlter Ware den Laden zu verlassen, wird ein Alarm ausgelöst.

 

Radio-Frequenz-Technik (RF)

 

Bei dieser Technik wird durch Sende- und Empfangsantennen ein räumlich begrenztes Radiofrequenzfeld erzeugt. Diese Technik hat eine gute Auslösequalität. Sie ist universell einsetzbar. Bei Durchgangsbreiten bis 10 Metern einsetzbar. Es ist eine Integration in das Produkt möglich. Schwerpunkte liegen im Textil- und Lederwarenbereich.

 

Elektromagnetische Technik (EM)

 

Sie basiert auf dem Metalldetektionsprinzip. Ein ausgewähltes Metall sowie eine spezielle Codierung werden von der Elektronik erkannt und lösen einen Alarm aus. Der Nachteil ist die geringe Durchgangsbreite von 0,8 bis 1 Meter. Fluchtverordnungen schreiben heute Durchgangsbreiten von zwei Metern vor. Metall und Dekodierung ist auch hier im Produkt. Der Vorteil liegt in der guten Erkennungs- und Auslösequalität. Schwerpunkt bei EDV-Zubehör, Video, Bücher und Schuheinzelhandel.

 

Akustomagnetische Technik (AM)

 

Diese Technik ist ziemlich neu. Hierbei senden Antennen im Ausgangsbereich Ultraschallschwingungen aus. Die Etiketten enthalten zwei dünne Metallplättchen, die von den Antennen in Eigenschwingungen versetzt werden. Die Durchgangsbreite beträgt 1,20 – 1,50 Meter. Vorteile sind der geringe Installationsaufwand und die gute Auslösequalität. In allen Bereichen einsetzbar.

 

Die elektronische Leinensicherung

 

Die Leinensicherung bietet sich vor allem für große und kleine hochpreisige Artikel an. Besonders für Artikel, die sonst in verschlossenen Glasvitrinen angeboten werden. Aber auch Artikel wie Handys oder Rasierapparate werden inzwischen immer mehr mit der Leinensicherung versehen. Für Massenabsicherungen ist diese Technik weniger geeignet, aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen. Vorteil. Der Kunde kann die Ware in die Hand nehmen.

 

Die Sensormatte

 

Die Sensormatte dient als Unterlage für die Warenpräsentation und reagiert auf das Wegnehmen der Ware. Die Empfindlichkeit beginnt bei ca. 3 Gramm und kann an die Artikel angepasst werden. Die Matten sind in unterschiedlichen Größen erhältlich.

 

Fernseh- und Videoüberwachung

 

Diese gibt es mittlerweile in allen Preislagen. Generell geht von dieser Art der Überwachung eine abschreckende Wirkung aus, wenn diese für jeden gut sichtbar sind. Es ist nicht unbedingt erforderlich, nur "scharfe" Kameras einzusetzen, auch Attrappen erzielen zweifellos eine abschreckende Wirkung.

 

Quellensicherung

 

Eine neue Technik aus den USA, wobei der Hersteller schon in den EAN-Etiketten eine Codierung vornimmt. Tests haben bewiesen, dass Inventurverlustrückgänge bis zu 30% möglich sind. Das Problem: Wer übernimmt die Kosten: Handel oder Industrie?

 

Schließfächer

 

Auch die Einrichtung von Schließfächern, in denen der Kunde seine mitgebrachte Tasche oder Tüte vor seinem Einkauf abgeben kann, ist ein zusätzliches Hilfsmittel, um Gelegenheitsdiebstählen mehr vorzubeugen. Es kann jedoch rechtlich nicht von einem Kunden verlangt werden, dass er seine Taschen abgibt. Dies kann nur freiwillig geschehen.

 

Möglichkeiten des Kameraeinsatzes

 

Kamerastandort Nutzen
Lieferanteneingang/Lager Manipulation der Lieferanten werden verhindert
Personaleingang Mitarbeiterkontrolle wird optimiert
Kundeneingang Kunde wird durch Großbildschirm auf Überwachung aufmerksam
Kassenbereich Partnerschaftseinkäufe werden verhindert
Vorfeld Umkleidekabinen Kunde weis, das er beobachtet wird und verzichtet auf Manipulation
Diebstahlgefährdete Waren Präventivwirkung bzw. Reduzierung der Diebstahlgefahr
Schwer einsehbarer Bereich Bereich wird in einsehbaren Bereich verwandelt

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

 

Beim Einsatz von Fernsehüberwachungsanlagen sind sowohl die innerbetrieblichen Belange als auch die Belange der Kunden zu berücksichtigen. Zur direkten Überwachung des eigenen Personals muss ein im Unternehmen vorhandener Betriebsrat seine Zustimmung geben.

 

Bei der Überwachung der Umkleidebereiche ist darauf zu achten, dass die Privatsphäre der Kunden nicht verletzt wird. Weiter darf sich der Überwachungsbereich der Kameras nicht über die eigenen Grundstücksgrenzen hinaus erstrecken.

 

RIFD (Radio-Frequenz-Identifikation)

 

Hoffnung für den Handel- Albtraum der Ladendiebe. In Amerika schon in mehreren großen Handelsketten mit nachweisbaren Erfolgen eingesetzt (u.a. Wal-Mart), wird sich auch in Deutschland in den nächsten Jahren diese Technik durchsetzen. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat z.B. alle seine Lieferanten verpflichtet, ab Januar 2005 passive Tags (elektronische Marken) in jedem gelieferten Produkt zu integrieren. Jährlich gibt der deutsche Handel und Hersteller für Logistikkosten rund 20 Milliarden Euro aus. Allein in diesem Bereich sind große Summen einzusparen.

 

Was ist RFID eigentlich?

 

RFID Systeme bestehen aus zwei Komponenten, einer Lese/- Schreibeinheit und einer elektronischen Marke, dem Transponder oder auch Tag genannt. Die Transponder bestehen aus einem elektronischen Speicher, einer Sende-/Empfängerantenne und einem Gehäuse. Kernstück ist der Speicher, der als Informationsträger dient. Eine Lese-/Schreibgerät sendet bzw. empfängt Informationen vom Transponder, die in der nachgeschalteten Computerapplikation ausgewertet werden.

 

Der EPC (Elektronischer Produktcode) ist eine Nummer zur eindeutigen Kennzeichnung von Waren in der Versorgungskette. Der EPC wird an der Ware mit den Transpondern angebracht. Durch die im EPC gespeicherte EAN und Seriennummer werden einzelne Produkte identifizierbar. Infolgedessen können weitere zu diesem Produkt gehörende Informationen vom Benutzer über das Internet direkt vom Hersteller bezogen werden.

 

Weitere Vorteile:

  • Hohe Speicherkapazität

  • Geringe Fehlerquote beim Ablesen

  • Tags sind langlebig und resistent gegen physische Einwirkungen

  • Gleichzeitige Erfassung vieler Objekte

  • Keine Sichtverbindung zwischen Tag und Leser notwendig

  • Tags sind wiederbeschreibbar

  • Sekundenschneller Datenaustausch

  • Hohe Datensicherheit

  • Wartungsfrei

  • Keine eigene Stromversorgung notwendig

Nachteile noch zur Zeit:

 

Gesundheitliche Risiken der elektromagnetischen Strahlungen sind bisher kaum untersucht

Zur Zeit noch hohe Etikettenpreise zwischen 5-70 Cent

Funktionalität der Tags kann durch Metall beeinflusst werden

 

Der Hauptnachteil ist sicher der Etikettenpreis, welcher jedoch stark sinken wird, wenn immer mehr Unternehmen die Technik gezielt auch bei Massenwaren einsetzen. Besonders positive Auswirkungen hätte die RFID-Technik auf den Bereich Sicherheit.

 

Beispiel Einzelhandel:

Der Kunde schiebt seinen gefüllten Einkaufswagen durch ein Lese-Portal. Die Tags werden gelesen und der Kunde zahlt- auch die gestohlene DVD in seiner Manteltasche.

 

Auch wird es für Lieferanten, Spediteure, Lagerverwalter und sonstiges Personal im Handel schwieriger werden, palettenweise Ware zu klauen, denn das Diebesgut ist zu jeder Zeit präzise identifizierbar.

Zum Seitenanfang
Hans-Günther Lemke
Training für Führung und Verkauf
Basenberg 22
D-32457 Porta Westfalica
Telefon: (+49) 05706-1518
Telefax: (+49) 05706-955548
E-Mail: info@lemke-training.de
Internet: http://www.lemke-training.de