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Wer eine stärkere Kundenbindung erreichen
will, muss bei der Außen- und Innendarstellung auf vieles achten.
Handelsberater Hans- Günther Lemke nennt die wichtigsten Aspekte einer
gekonnten Präsentation.
Der Konkurrenzdruck wächst stetig. Das liegt
u.a. daran, dass mittlerweile fast alle Super- und Verbrauchermärkte ein
reichhaltiges Sortiment an Brot- und Backwaren anbieten oder sogar einen
Bäckereikonzessionär im Markt selbst eine Filiale betreibt. Hinzu kommt,
dass häufig die Preise im konventionellen Einzelhandel günstiger als im
Bäckereigeschäft sind.
Deshalb ist es für jedes Bäckereiunternehmen
wichtig, sich noch weit mehr als in der Vergangenheit mit der Thematik
der "richtigen" oder besser der bestmöglichen Warenpräsentation und
stimmigen Atmosphäre seines Geschäftes zu beschäftigen.
Darüber hinaus spielt geschultes
Verkaufspersonal eine entscheidende Rolle für den Geschäfterfolg. Es
kann den Kunden durch fachmännische und individuelle Beratung bei dessen
Entscheidung helfen; ein Umstand, der in anderen Vertriebskanälen eher
seltener vorkommt. Zum anderen kommt einer durchdachten
Warenpräsentation von Sortimenten eine wichtige Rolle zu, um den Umsatz
weiter zu steigern.
Wie Kunden entscheiden
Erstens: Zwei Drittel aller
Kaufentscheidungen werden nach wie vor immer noch im Geschäft selbst
gemacht, d.h. der Verbraucher kauft das meiste aus "dem Bauch heraus".
Wir sprechen hier von einem Kaufimpuls, der im Geschäft erst entsteht.
Der "gewöhnliche" Kunde in der Bäckerei hat zwar eine genaue Vorstellung
, was er in einer Bäckerei kaufen will, lässt sich jedoch auch durch
eine gelungene Präsentation von z.B. neuen Backwaren zum Zusatzkauf
"verführen". Dabei kommt es aber darauf an, wie die Waren im Geschäft
präsentiert werden, damit der Verbraucher "Lust" bzw. Appetit bekommt,
genau dieses Produkt zu kaufen, auch wenn es nicht auf seinem
Einkaufszettel steht.
Zweitens: Da der Kunde mit einer "höheren"
Erwartung in das Fachgeschäft geht, als in den Discounter oder
Supermarkt, ist es zudem von Bedeutung, wie der Verkaufsraum und der
Außen- und Eingangsbereich gestaltet ist. Es gilt also, dem Kunden eine
angenehme Einkaufsatmosphäre zu schaffen.
Der erste Eindruck
entschiedet immer!
Das Schaufenster:
... "lebt" immer von der Kreativität des Gestalters und muss zu den
angebotenen Produkten im Geschäft passen. Schon hier soll der Kunde
durch eine gute Präsentation in das Geschäft "gelockt" werden. Die
Devise lautet: Weniger ist mehr, d.h. das Schaufenster sollte nicht mit
Waren "vollgestopft" sein. Es ist sinnvoll, durch bewusst platzierte
Einzelprodukte, Aufmerksamkeit zu erregen. Diese dienen dann als Hinweis
auf Neuware oder zielen ab auf saisonale Anlässe wie Weihnachten oder
Ostern.
Der Eingang:
- ist der Willkommensgruß der Bäckerei an den Kunden. Er sollte offen
und hell sein, sowie einladend wirken. Es ist sinnvoll, dass man schon
vor dem Eingang stehend
ins Innere des Geschäfts blicken kann. Hierbei ist es außerordentlich
wichtig, dass alles sauber und aufgeräumt wirkt, weil die Kunden dies
von einer Bäckerei erwarten.
Firmenschriftzug oder Logo:
-erfüllen eine wichtige Funktion, geben der Bäckerei ihre Identität und
sollten sich an der Fassade, im Schaufenster und im Eingangsbereich
wiederfinden.
Schließlich ist es gerade für ein Fachgeschäft wichtig, dass die Kunden
den Namen des Ladens sofort erkennen und einordnen können. Wenn möglich,
sollten auffällige Farben wie Rot oder Gelb für den Schriftzug
eingesetzt werden.
Sauberkeit und Ordnung:
ist das grundsätzliche Gebot für jede Bäckerei. Hierbei gilt zu
überlegen, ob vor dem Geschäft z.B. Zigarettenascher sinnvoll sind. So
kann man vermeiden, dass Raucher ihre Zigarettenstummel achtlos auf den
Gehweg werfen.
Drinnen muss es hell und
einladend wirken
Farben:
- beeinflussen die Atmosphäre im Verkaufsraum außerordentlich.
Empfehlenswert sind dezente und eher helle Farben (Pastelltöne, Beige)
und Muster. Dunkle Farbnuancen "schlucken" Licht und können beim Kunden
eine negative Stimmung erzeugen. Dies gilt es besonders bei der Wand-
und Deckengestaltung zu beachten
Die Beleuchtung:
- soll die Warenwirkung erhöhen. Empfehlenswert in Bäckereien sind vor
allem warmweiße Lichtfarben, die eine exklusivere und wärmere Atmosphäre
schaffen.
Übersichtlichkeit:
ist für die Kunden von heutzutage ein wichtiges Kriterium, damit sie
gerne wiederkommen. Bei größeren Geschäften, die neben dem Brot- und
Brötchensortimenten auch andere Waren (Z.B. Frischeprodukte oder andere
Lebensmittel) anbieten, müssen Kunden durch Hinweisschilder in Sichthöhe
aufmerksam gemacht werden.
Preisauszeichnung
- ist eine gesetzliche Notwendigkeit und auch noch heutzutage für die
Kunden wichtig, da in Untersuchungen immer wieder festgestellt worden
ist, dass bei nicht ausgezeichneten Artikeln der Verbraucher eher nicht
kauft. D.h. Kilopreis oder Stückpreisangabe gehören auf das Preisschild.
Rettungswege und Notausgänge
- müssen immer frei zugänglich sein und dürfen nicht mit Waren verstellt
sein.
Kundenlaufstudien durchleuchten Ladenzonen
Wichtige Aussagen auch über verkaufsaktive und verkaufsschwächere
Ladenzonen lasen sich durch Kundenlaufstudien ermitteln.
Grundsätzlich gilt:
-
dass Ware nicht zu nahe am Eingangsbereich
platziert werden sollte. Die Kunden gehen meist schnell ins Geschäft und
achten häufig nicht auf die ersten 1-2 Meter. Erst danach beginnen sie,
sich zu orientieren.
-
dass die Laufrichtungen der Kunden meistens
gegen den Uhrzeigersinn verlaufen und dazu führen, dass sie sich eher an
den Außenwänden entlang bewegen.
-
dass Kunden ungern Kehrtwendungen machen.
-
dass helle Ladenbereiche anziehender wirken
als dunkle.
-
dass Auflaufflächen im Geschäft eher
beachtet werden, da die Kunden oft direkt darauf zugehen.
-
dass mehr als 70% aller Kunden bevorzugt an
der Theke nach rechts greifen und blicken. Dies bedeutet, dass rechte
Warenplatzierungen eher beachtet und verkauft werden als linke.
-
dass die Kassen- bzw. Thekenzone ein guter
Platz für Impulskäufe und damit zusätzliche Umsätze ist.
Verkaufsfördernde Aktions-
oder Zweitplatzierungen
Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass
nicht zu viel Ware auf der Theke platziert wird. Empfehlenswert sind
zwei bis drei Produkte, z.B. kleine Süßwarenartikel oder eine
Tageszeitung. Außerdem ist dieser Platz für Verkostungen neuer
Brotsorten oder Kuchenspezialitäten geeignet.
Die Flächen vor der Bedienungstheke bieten
sich besonders in kleinen Bäckereigeschäften für Aktions- und
Zweitplatzierungen an. Dabei sollten allerdings nicht mehr als ein bis
zwei Platzierungen ausgelegt sein, die auch wirklich etwas
Außergewöhnliches bieten, z.B. Neuheiten, Sonderpreise oder
Informationsmaterial.
Wichtig dabei ist,...
-
Zweitplatzierungen grundsätzlich auffällig
mit großem und weit sichtbarem Preisschild zu versehen
-
den Zugang zu anderen Platzierungen nicht zu
verdecken
-
den Kundenlauf nicht negativ zu beeinflussen
-
Immer ausreichend Ware zu platzieren. Die
Platzierung soll Kaufimpulse auslösen nach dem Motto "Menge bringt
Menge"
-
die Platzierung nicht zu lange stehen zu
lassen. Besser jede Woche oder zumindest alle 14 Tage etwas Neues
anbieten
-
Aktionserfolge genau zu kontrollieren und
sich zu fragen: Lohnt sich die Platzierung evtl. nochmals zu einem
späteren Zeitpunkt?
-
Informationsmaterial, z.B. bei einem neuem
Produkt stets dazu zu legen.
Ausführliche Infos auch in dem vom Autor
erschienenden Buch "Mehr Umsatz mit optimaler Warenplatzierung"/
ISBN-3-936755-18-3 im VDM Verlag Dr. Müller. |