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Ladendiebe werden heute immer
gewaltbereiter, professioneller und auch kreativer. Allein im Jahr 2003
wurden im deutschen Einzelhandel Waren im Wert von geschätzten ca. 4,5
Milliarden EURO gestohlen.
Es ist kein Geheimnis mehr, dass auch aufgrund der wirtschaftlichen
Schräglage mehr "geklaut" wird, als noch in den Jahren vor der
Euro-Einführung und des wirtschaftlichen Abschwungs. In wirtschaftlich
schlechten Zeiten wurde nachweislich schon immer mehr gestohlen, als in
den Jahren davor.
Auch gilt es "neuen Gefahren" wie z.B. Falschgeld, EC-Kartenbetrügereien
oder auch vermehrt Mitarbeiterdelikten auf die "Schliche" zu kommen.
Deshalb ist es unerlässlich für jeden, der im Verkauf tätig ist, sich
mit Themen, die Ladendiebstahl oder Sicherheit betreffen, noch mehr als
in der Vergangenheit auseinander zusetzen. Das beste Rezept, hier
entgegen zu wirken, ist immer noch der aufmerksame Mitarbeiter im
Geschäft.
Allein in Nordrhein- Westfalen haben sich z.B. die Gewaltdelikte auf
fast 50.000 Fälle um 7,1% zum Vorjahr erhöht. Als Beispiel zwei aktuelle
Zeitungsberichte:
Mindener Tageblatt vom 24. Februar 2004:
Mit einem Messer hat sich en 20jähriger Ladendieb gegen einen
Kaufhausdetektiv zur Wehr gesetzt. Der Gauner hatte in einem Kaufhaus
Pullover gestohlen. As ihn der Detektiv stellte, zückte der Täter ein
Messer und stach um sich. Dank der Hilfe von Passanten gelang es, ihn in
der Toilette einer Spielothek einzuschließen.
Oder der Fall vom 16. Januar 2004 aus Neustadt:
Beim Überfall auf eine Bäckerei ist eine Verkäuferin schwer verletzt
worden. Der Täter hatte gewartet, bis die Frau alleine war. In dem
Moment rammte er ihr ein Messer in den Rücken. Die 40jährige brach
bewusstlos zusammen. Der Täter erbeutete Bargeld und Briefmarken von
mehreren tausend Euros.
Dies sind nur zwei Beispiele von vielen dafür, dass selbst in kleineren
Geschäften wie z:B. in einer Bäckerei die Gewalt von Straftätern keine
Grenzen kennt. Deshalb gilt hier: Besser ist, ruhig zu bleiben, den
Straftäter nicht zu provozieren und sich, nachdem der Täter verschwunden
ist, wichtige Merkmale des Täters , wie z.B. Hautfarbe, Kleidung,
Akzent, Aussehen usw. zu merken, und diese Details sofort an das hiesige
Polizeirevier weiterzugeben. Es macht wenig Sinn, sich selbst unnötig in
Gefahr zu begeben.
Eine neue Bedrohung erst seit ca. zwei Jahren ist die Bombendrohung
sogar in kleineren Geschäften, was noch vor nur wenigen Jahren in
Deutschland fast gar nicht vorgekommen ist. Auch wenn dies manchmal aus
"Spaß" passiert, ist es wichtig, dass jeder Geschäftsführer weiß, wie
mit solch einer Bedrohung richtig umzugehen ist.
Viele erinnern sich sicherlich noch an das Pärchen, die es im letzten
Herbst 2003 geschafft haben, sogar den Flughafenbetrieb in Bonn und
Düsseldorf aufgrund einer Bombendrohung für mehrere Stunden komplett "lahmzulegen".
Thema: Falschgeld- Vorsicht vor
falschen Fuffzigern!
Von fälschungssicher keine Spur.
Zwei Jahre nach der Euro-Einführung haben sich auch die Geldfälscher an
die neue Währung gewöhnt. Wie die Deutsche Bundesbank sagt, kommen auf
eine Million Banknoten 15 Blüten. Am häufigsten wird der 50-Euro-Schein
gefälscht, die meistkopierte Münze ist das 2-Euro-Stück. Insgesamt
wurden hier zu Lande im Jahr 2003 exakt 50.525 "Blüten" aus dem Verkehr
gezogen. Die Europäische Bundesbank sogar 311.925 Blüten.
Wegen moderner Drucktechniken wird Falschgeld immer professioneller. Um
sich zu schützen, gibt es für den Einzelhandel nur ein Mittel:
Geschultes Verkaufspersonal und Sicherheitsgeräte. Bei den
Geldprüfgeräten gibt es verschiedene Alternativen:
Der "Quicktester" sieht aus wie ein Stift. Zieht man mit diesem über den
Schein einen Strich, so verfärbt er sich bei einem "falschen" Schein
schwarz, bei echten Scheinen ist nicht zu sehen. Der "Quicktester" ist
handlich in der Anschaffung günstig. Der Nachteil ist, dass der Stift
meist nur die schlechteren Fälschungen erkennen kann.
Eine bessere, wenn auch eine kostenintensivere Alternative ist der
Einsatz von UV-Lampen in den Kassentischen. Der Vorteil ist hier, dass
die einfachen Fälschungen erkannt werden können und der Mitarbeiter an
der Kasse keine Gerät in die Hand nehmen muss. Echte Banknoten leuchten
farbig auf, falsche Scheine erscheinen in einem blauen Licht. Aber auch
hierbei ist es Fälschern schon gelungen, die UV- Lampen durch gut
gemachte "Blüten" zu überlisten.
Die beste Möglichkeit, wenn auch teuerste Methode zur Absicherung sind
deshalb Geldprüfgeräte, die immer mehrere Sicherheitsmerkmale der
Geldscheine überprüfen können. Auch ein Vorteil: Gute Prüfgeräte können
auch verschiedene Währungen bzw. Banknoten auf Echtheit jederzeit
erkennen.
Eine neue Hilfe für Einzelhändler gibt es seit kurzem über die
Internetanschrift www.falschgeld-meldung.de. Wenn keine technischen
Hilfsmittel in einem Geschäft vorhanden sind, hilft nur noch der
aufmerksame Mitarbeiter. Das heißt:
Fühlen:
Auf der Banknotenvorderseite ist ein ertastbares Relief, insbesondere
die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank- BCE,ECB, EZB,EKT,EKP, die
Wertzahl und die Abbildungen der Fenster und Tore.
Kippen:
Die Spezialfolien mit den unterschiedlichen optischen veränderlichen
Motiven werden sichtbar. Die rechte Wertzahl auf der Rückseite weist bei
Banknoten (50€,100€,200€,500€) eine sich verändernde Farbe auf.
Sehen:
Im Gegenlicht ist zu prüfen, ob das Wasserzeichen echt ist, der
Sicherheitsfaden vorhanden ist, ob die Elemente des Durchsichtsregisters
exakt aufeinander passen
Es reicht nicht aus, nur ein Sicherheitsmerkmal zu prüfen, besser
sollten immer alle Merkmale auf Echtheit geprüft werden. Hierzu gibt es
ausführliches Infomaterial und sogar Lernprogrammen für Kassemitarbeiter
bei der Deutschen Bundesbank. Infos unter: www.deutsche-bundesbank.de.
Im Folgenden finden Sie einige nützliche Tipps für das richtige
Verhalten im Falle eines Falschgeldverdachts:
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Bleiben Sie ruhig! Setzen Sie sich keiner Gefahr aus.
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Lassen Sie sich nicht auf eine Auseinandersetzung ein.
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Versuchen Sie, einige der genannten Sicherheitsmerkmale zu erkennen,
ohne dabei jedoch Verdacht zu erwecken.
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Sagen Sie dem Kunden, dass Sie etwas näher prüfen müssen. Wenden Sie
sich dann an Ihren Vorgesetzten.
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Überlassen Sie es Ihrem Vorgesetzten, mit dem Kunden zu sprechen.
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Werden Sie nicht nervös und geben Sie die verdächtige Banknote nicht an
den Kunden zurück.
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Wenn eine Überwachungskamera vorhanden ist, schalten Sie diese ein.
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Halten Sie den Kunden hin, ohne sich dabei einem Risiko auszusetzen.
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Rufen Sie die Polizei.
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Flüchtet der Kunde in einem Wagen, versuchen Sie, sich das Kennzeichen
und die Automarke zu merken.
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Berühren Sie die gefälschte Banknote nur vorsichtig, um vorhandene
Fingerabdrücke nicht zu verwischen.
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Spielen Sie nicht den Helden - denken Sie immer an Ihre eigene
Sicherheit.
Noch ein wichtiger Hinweis: Auch
wenn Falschgeld nicht ersetzt wird, sollte kein Händler auf die Idee
kommen, sich schadlos zu halten, in dem er Falschgeld wieder in Umlauf
bringt. Denn wer heute wissentlich Falschgeld einkassiert hat und
weitergibt, macht sich strafbar lt. Paragraph 36 laut Bundesbank-
Gesetz. Hier können Geldbußen bis zu 300.000 Euro drohen.
Umgang Bei EC Kartenbetrug
Seit Wegfall des herkömmlichen
Euroschecks ist eine weitere neue Gefahr seit ca. 2 Jahren der
EC-Kartenbetrug. In 2003 sind ca. 22 Millionen Geldkarten im Umlauf,
dies auch mit steigender Tendenz (ein Plus zum Vorjahr von 5,8%).
Tendenz noch ansteigend. Allein in Nordrhein- Westfalen sind lt. dem
Landeskriminalamt Düsseldorf 90% mehr Betrugsfälle vorgekommen als im
gleichen Zeitraum im Vorjahr. 75% der Betrügereien werden durch
männliche Täter verübt.
Es wird heutzutage zwischen dem offline- und dem Online- Verfahren
unterschieden. Im Offline- Verfahren ist es im Handel so, dass der Kunde
nur seine Geldkreditkarte vorzeigt und keine Geheimnummer (PIN-Nummer)
eingeben muss. Hierbei wird meist nur die Unterschrift verglichen. Der
Einzug des Einkaufsbetrages erfolgt im sogenannten Lastschriftverfahren.
Das Online- Verfahren ist wesentlich sicherer, weil der Kunde im
Geschäft hier seine Geheimzahl mit eingeben muss und sofort über eine
Computer- und Netzverbindung geprüft wird, ob die EC-Karte echt ist,
nicht gestohlen ist und der Kunde auch liquide ist. Leider ist dieses
Verfahren auch bei der Installierung im Geschäft wesentlich
kostspieliger.
Die meisten Betrügereien passieren deshalb bei Geldkarten ohne Eingabe
der Geheimnummern.
Die wichtigsten Verhaltensregeln:
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Prüfen, ob die Daten und Nummern vorgelegter Scheck- und Kreditkarten
übereinstimmen.
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Achten Sie auf Unterschrift, Konto- und Kartennummer, sowie Name des
Geldinstituts.
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Lassen Sie den Betrag nur in Ihrer Gegenwart unterschreiben.
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Vergleichen Sie sehr genau und gründlich die Unterschrift auf dem
Kassenbon mit der Unterschrift auf der Scheckkarte.
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Holen Sie sich ausführliche Infos bei der Hausbank oder hiesigen
Polizei.
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