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Pressebericht aus:
Lebensmittel-Rundschau, 01. Mai 2004

Falsche Fünfziger

Geld Betrüger. Immer mehr gelangen in Umlauf. Und: Sie werden zunehmend besser! Was Sie dazu wissen sollten.

Bei etwa 15 Fälschungen pro 1 Million Banknoten ist die Wahrscheinlichkeit, eine Euro- Blüte in die Hand zu bekommen, zwar nach wie vor gering- allerdings nimmt sie täglich zu: 50.205 Fälschungen im Wert von 3,4 Millionen € registrierte die Deutsche Bundesbank im Vorjahr im Zahlungsverkehr.

Das sind deutlich mehr Blüten als 2001; damals wurden etwa 30.000 falsche DM-Noten im Wert von 2,4 Millionen € kassiert. Und gut sechsmal so hoch (311.925) ist die Summe, die die Europäische Zentralbank für gefälschte Euro-Banknoten inner- und außerhalb des Euro- Währungsgebietes für 2003 ermittelte. Absoluter Fälschungs- Spitzenreiter ist dabei der 50- Euro Schein.

Hinzu kommt, dass die Blütenpracht, die in Umlauf kommt, immer perfekter wird, wie das Bayrische Landeskriminalamt warnend hervorhebt. Ulrich Binnebößel, Experte für Falschgeldprävention beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat festgestellt: "Gute Fälschungen können die klassischen UV-Lampen, mit denen häufig noch getestet wird, bereist überlisten."

Neue Geldtester.

Binnebößel empfiehlt daher die Anschaffung von neuen Geldtestgeräten, die mehrere Sicherheitsmerkmale berücksichtigen. Auch die Deutsche Bundesbank rät zur Überprüfung mehrerer Merkmale, um mögliche Abweichungen vom echten Erscheinungsbild erkennen zu können.

So müssen beispielsweise beim Kippen der Scheine auf den silbrigen Folienelementen die Wertzahlen als Hologramm sichtbar werden. Erfühlen lassen sich dagegen die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank auf den Vorderseiten.

Und hält man die Euronoten ins Gegenlicht, werden u.a. Bild- ,Wert- und Balkenwasserzeichen sichtbar. Einen Leitfaden für die Erkennung von Euro- Falschgeld mit detaillierten Anweisungen, was sie wie kontrollieren sollten, finden Sie auf der Webseite der Bundesbank unter bundesbank.de/bargeld/euro_faLschg__leitfaden.

Außerdem hat der HDE im Internet ein Frühwarnsystem eingerichtet, bei dem sich der Einzelhändler per E-Mail gegenseitig vor lokalem und regionalem Falschgeld-Aufkommen warnen. Näheres dazu ist über die E-Mail-Adresse hde@einzelhandel.de zu erfahren.

Rundschau Check:

Richtig handeln: Was tun, wenn Sie vermuten, Falschgeld angenommen zu haben. Hier die zehn wichtigsten Regeln:

  • Lassen Sie sich nicht auf eine Auseinandersetzung ein.

  • Bemühen Sie sich, ruhig zu bleiben.

  • Versuchen Sie, einige der genannten Sicherheitsmerkmale zu erkennen, ohne dabei jedoch Verdacht zu erwecken.

  • Geben Sie die verdächtige Banknote nicht zurück.

  • Berühren Sie die verdächtige Banknote nur vorsichtig, um vorhandene Fingerabdrücke nicht zu verwischen.

  • Schalten Sie die Überwachungskamera ein.

  • Sagen Sie dem Kunden, dass Sie etwas näher prüfen müssen. Wenden Sie sich dann an Ihren Vorgesetzten.

  • Überlassen Sie es Ihrem Vorgesetzten, mit dem Kunden zu sprechen.

  • Halten Sie den Kunden hin, ohne sich dabei einem Risiko auszusetzen. Spielen Sie in keinem Fall den Helden.

  • Flüchtet der Kunde in einem Wagen, versuchen Sie, sich das Kennzeichen und die Automarke zu merken.

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Hans-Günther Lemke
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