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"2002 wurden im deutschen Einzelhandel Waren
im Wert von fünf Milliarden Euro gestohlen. Und der Teuroeffekt wird
dafür sorgen, dass diese Zahl weiter steigt." Der Autor weiß, wovon er
schreibt.
Der 42jährige ist gelernter Einzelhandelskaufmann und hat als
Filialleiter und Geschäftsführer in Verbrauchermärkten und
Sb-Warenhäusern gearbeitet. Seit 1997 ist er selbständiger Führungs- und
Verkaufstrainer.
"Meine Broschüre ist für die kleinen Händler gedacht, die sich keine
aufwendige Sicherheitstechnik leisten und ihre Mitarbeiter nicht zum
Seminar schicken können. Bei der Diebstahlvermeidung kommt den
Mitarbeitern eine entscheidende Aufgabe zu.
Denn nicht immer melden sie das, was sie beobachten- einmal ganz davon
abgesehen, dass auch Mitarbeiter stehlen. Lemke:" Die Mitarbeiter müssen
insgesamt stärker für das Problem sensibilisiert werden."
Der Autor nähert sich dem Diebstahlthema mit interessanten Zahlen, die
er aus offiziellen Quellen (zum Beispiel Landeskriminalämtern) bezieht.
Bemerkenswert ist zum Beispiel, dass die Anzahl der angezeigten
Diebstähle zwar seit 1997 sinkt, der Wert der gestohlenen Waren aber
steigt.
Langfinger stehlen vermehrt teure Artikel, hier das Parfüm, dort die
Playstation. Rund 60 Prozent der Diebe sind Erwachsene, 40 Prozent
Kinder und jugendliche. Gestohlen wird zumeist dann, wenn der Laden voll
ist oder fast leer. Eine kritische Zeit ist zwischen 17 und 20 Uhr, wenn
für die Mitarbeiter der Freierabend nahe rückt.
Aufschlussreich ist der Abschnitt mit den Diebstahltricks. Zum Beispiel
stellen Diebe unten offene Handtaschen auf die Artikel und tun so, als
suchten sie etwas in der Tasche, um dabei die Ware in die Tasche zu
ziehen.
Beliebt ist auch der Sicherungstrick: Der Ladendieb entfernt die zur
Artikelsicherung montierten Steckkontakte und löst damit Alarm aus. Er
beobachtet dann aus sicherer Entfernung, was passiert. Schaltet der
Mitarbeiter lediglich den Alarm aus und vergisst die Kontakte, kann der
Dieb die entsicherte Ware ohne Nebengeräusche stehlen.
Bekannt ist das "Umpacken". Teure Ware wird in "billige" Kartons
verpackt. Bei diesem Etikettenschwindel handelt es sich allerdings nicht
mehr um schlichten Diebstahl. Wer dabei erwischt wird, muss sich wegen
Betrugs verantworten.
Sicher: je besser die Diebe organisiert sind, desto schwieriger ist es,
sie dingfest zu machen. Zumal es von der Rechtslage her gar nicht so
einfach ist, Ladendiebe einfach festzuhalten.
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