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Pressebericht
aus: Prisma Wochenmagazin zur Zeitung, 29. März 2003 Interview: Reden Sie mit dem Dieb! |
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Reden Sie mit dem Dieb! Gegen Langfinger ist ein Kraut gewachsen: Service! Deutschlands Ladendiebe werden immer dreister! Auf fünf Milliarden Euro beziffern Experten den jährlichen Schaden. Dabei werden die wenigsten Langfinger geschnappt, der Rest klaut munter weiter, viele Geschäftsinhaber sind ratlos. Dabei gehen die Diebe mit einer Dreistigkeit ans Werk, die mitunter groteske Züge annimmt. Zum Beispiel eine ältere Dame, die ihren Festtagsbraten zum Nulltarif wollte. An der Tiefkühltheke wurde sie fündig. Schnell wanderte ein vereister Vogel unter ihren Hut. In kerzengerader Haltung wurde das Kühlgut zur Kasse balanciert. Doch der Weg war weit und das Hirn der alten Frau arktische Verhältnisse nicht gewohnt. Sie bekam einen Kälteschock, fiel in Ohnmacht und der Braten kullerte auf den Boden. "Eine von rund 550000 angezeigten Ladendiebstählen im Jahr", wie Hans- Günther Lemke in seinem Buch "Diebstahlverhütung im Einzel- und Fachhandel" beschreibt. Darin gibt der Führungs- und Verkaufstrainer aus Porta Westfalica Tipps, wie man Dieben das Handwerk legt. Prisma: Herr Lemke, klauen die Deutschen wie die Raben? Hans- Günther Lemke: Ja, vor allem am Montag, Freitag und Samstag schlagen Langfinger zu. Dabei sind zwischen zehn und elf Hausfrauen und Rentner aktiv und zwischen 13 und 14 Uhr klauen, das sagt die Polizeistatistik, Angestellte und Arbeitslose. Prisma: Sind es denn nicht vor allem junge Leute, die sich per Ladendiebstahl Wünsche erfüllen? Lemke: Die Zahl jugendlicher Täter ist alarmierend. Tatsache aber ist, dass 58 Prozent aller Ladendiebe ab 21 Jahre sind und "nur" 42 Prozent Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Prisma: Wie kann sich ein Geschäftsinhaber gegen Ladendiebstahl schützen? Lemke: Kleineren Unternehmen, die nicht das Geld für Detektive und aufwendige technische Maßnahmen haben, rate ich, ihr Personal entsprechend zu schulen. Prisma: Kann man den Ladendieb denn überhaupt erkennen? Lemke: Ja, ein ehrlicher Kunde interessiert sich für die Ware, nicht für das Umfeld. Potentielle Ladendiebe laufen ziellos im Geschäftsraum herum. Sie beobachten Käufer und Verkäufer. Prisma: Wie schützt man sich? Lemke: Psychologisch wirksam ist die direkte Ansprache der verdächtigen Person. "Wenn Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung." Diese Frage signalisiert Dieben, ich werde beobachtet. Und ehrliche Kunden sind über den Service erfreut. Außerdem gibt es simple technische Vorkehrungen wie viel Licht und Spiegel in dunklen Ecken. Prisma: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, Diebe sind trickreich. Welche Masche wählen Sie? Lemke: Zum Beispiel der Trick mit dem gebrauchten Kassenbon. Im Lebensmittelbereich lassen Kunden ihren Einkaufsbon häufig liegen. Mit dem kann der Dieb einkaufen. Er sucht nach den eingetippten Preisen die Waren aus und packt sie in seien Tasche. Zur Tarnung wird ein zusätzliches kleines Teil gekauft, das der Dieb vorgibt, vorher vergessen zu haben. An der Kasse wird dann nur noch das neue Teil bezahlt und der Kassenbon als Legitimation für die andere Ware vorgelegt. |
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| Hans-Günther
Lemke Training für Führung und Verkauf Basenberg 22 D-32457 Porta Westfalica Telefon: (+49) 05706-1518 Telefax: (+49) 05706-955548 E-Mail: info@lemke-training.de Internet: http://www.lemke-training.de |