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Pressebericht:
Mindener Tageblatt, 14.02.2003

Wenn die Handtasche ein Loch hat

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Hans- Günther Lemke will mit neuer Broschüre über die Tricks der Diebe aufklären.

Unter Umstandskleidern kann "Frau" eine Menge Ware verbergen. Ladendiebinnen machen Sich zuweilen den so genannten "Schwangerschaftstrick" zunutze, weiß Hans- Günther Lemke.

Der Veltheimer (Telefon 05706-1518) hat ein kleines Buch geschrieben, das Ladenbesitzern helfen soll, Diebe zu erkennen und gegen sie vorzugehen. Gute Gründe für die Produktion des Ratgebers, der seit kurzem in den Buchhandlungen liegt, gibt es allemal:"2002 wurden im deutschen Einzelhandel Waren im Wert von fünf Milliarden Euro gestohlen. Und der Teuroeffekt wird dafür sorgen, dass diese Zahl weiter steigt."

Lemke weiß, wovon er schreibt. Der 42-jährige ist gelernter Einzelhandelskaufmann und hat als Filialleiter und Geschäftsführer in Verbrauchermärkten und SB- Warenhäusern gearbeitet. Seit 1997 ist er selbständiger Führungs- und Verkaufstrainer. "Meine Broschüre ist für die kleinen Händler gedacht, die sich keine aufwendige Sicherheitstechnik leisten und ihre Mitarbeiter nicht zum Seminar schicken können.

Sie zahlen für die 60- Seiten-Broschüre mit dem Titel "Diebstahlverhütung im Einzel- und Fachhandel" knapp 20 Euro. Vorteil: Das Heft passt in jede Kitteltasche und kann auch in der Mittagspause vom Lehrling rasch durchstöbert werden. Ohnehin kommt bei der Diebstahlvermeidung den Mitarbeitern eine entscheidende Aufgabe zu.

Denn nicht immer melden sie das, was sie beobachten- einmal ganz davon abgesehen, dass auch Mitarbeiter stehlen. Lemke: "Die Mitarbeiter müssen insgesamt stärker für das Problem sensibilisiert werden."

Der Autor nähert sich dem Diebstahlthema mit interessanten Zahlen, die er aus offiziellen Quellen ( zum Beispiel Landeskriminalämtern) bezieht. Bemerkenswert ist zum Beispiel, dass die Anzahl der angezeigten Diebstähle zwar seit 1997 sinkt, der Wert der gestohlenen Waren aber steigt.

Langfinger stehlen vermehrt teure Artikel, hier das Parfüm, dort die Playstation. Rund 60 Prozent der Diebe sind Erwachsene, 40 Prozent Kinder und Jugendliche. Gestohlen wird zumeist dann, wenn der Laden brechendvoll ist oder fast leer. Eine kritische Zeit ist zwischen 17 und 20 Uhr, wenn für die Mitarbeiter der Feierabend nahe rückt.

Tote Winkel in Läden vermeiden

Aufschlussreich ist der Abschnitt mit den Diebstahltricks. Zum Beispiel stellen Diebe unten offene Handtaschen auf die Artikel und tun so, als suchten sie etwas in der Tasche, um dabei die Ware in die Tasche zu ziehen.

Beliebt ist auch der Sicherungstrick: Der Ladendieb entfernt die zur Artikelsicherung montierten Steckkontakte und löst damit Alarm aus. Er beobachtet dann aus sicherer Entfernung, was passiert. Schaltet der Mitarbeiter lediglich den Alarm aus und vergisst die Kontakte, kann der Dieb die entsicherte Ware ohne Nebengeräusche stehlen.

Bekannt ist das "Umpacken". Teure Ware wird in "billige" Kartons verpackt. Bei diesem Etikettenschwindel handelt es sich allerdings nicht mehr um schlichten Diebstahl. Wer dabei erwischt wird, muss sich wegen Betrugs verantworten.

Lemke will im Laufe des Jahres noch ein weiteres Buch schreiben. Dabei geht es um Ladenumbau.

Anschauungsunterricht gibt es hierfür beim Lebensmittelhändler Camen in Veltheim. Der Edeka- Aktivmarkt wird umgebaut, auch im Hinblick auf das Diebstahlrisiko. Lemke: "Tote Winkel sollten vermieden werden und je heller ein Bereich ist, desto weniger wird dort gestohlen."

Sicher: je besser die Diebe organisiert sind, desto schwieriger ist es, sie dingfest zu machen. Zumal es von der Rechtslage her gar nicht so einfach ist, Ladendiebe einfach festzuhalten. Und auch im Falle des "Schwangerschaftstricks" gibt es nicht allzu viele Optionen.

Lemke schreibt: "Einzige Möglichkeit bei begründetem Verdacht ist, die Person in ein Gespräch zu verwickeln und ihr zumindest zu zeigen, dass sie bemerkt worden ist. Oder mit gezielten Fragen versuchen herauszufinden, ob die Frau wirklich schwanger ist, was sicher nicht einfach ist."

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Hans-Günther Lemke
Training für Führung und Verkauf
Basenberg 22
D-32457 Porta Westfalica
Telefon: (+49) 05706-1518
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